Schwierige Beziehungen entlasten – Sich von Erwartungen lösen

“Ich habe gedacht, du würdest dich eher mal melden!” “Das hättest du ruhig anders sagen können. Ich dachte, du liebst mich!” “Nie, nie hätte ich gedacht, dass du dich mal so verhalten würdest!” “Warum hast du denn bloß keine Zeit dafür?” “Alles andere scheint dir ja wichtiger zu sein.” “Ich bin so unendlich enttäuscht von dir!”  Den einen oder anderen Satz haben wir vielleicht schon mal gehört. Vielleicht haben wir ihn auch selbst gedacht. Wir fühlen uns verletzt oder verletzten einander, weil wir eine Erwartung haben oder mit Erwartungen konfrontiert werden, die nicht erfüllbar sind. Grenzüberschreitungen unter Verwandten, Freunden, Liebenden, Kollegen und Nachbarn, Grenzüberschreitungen, bei den wir uns nicht wohl fühlen, werden eingefordert oder wir fordern sie ein, damit es uns in irgendeiner Weise besser geht, den anderen aber durchaus belasten oder überfordern kann. Meist ist die Erwartung von vornherein mit einer Enttäuschung verknüpft. Entsteht sie doch aus einem Verlangen, welches das Gegenüber in eine Pflicht nimmt. In der Erwartung steckt nicht die liebevolle Botschaft eines Wunsches oder einer Bitte. Die Erwartung berechnet und sie rechnet ab. Sie macht unfrei. Denn mit Erwartungshaltungen drängt man sich selbst in die Opferrolle.

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Der Säbelzahntiger im Kopf – Vom Umgang mit der Angst

Das Empfinden von Angst schützt uns seit jeher vor Gefahren. Allerlei körperliche Reaktionen folgen dem Gefühl der Bedrohung. Bei den meisten klopft das Herz schneller, andere fangen an zu schwitzen und zu zittern oder reagieren mit Übelkeit. Der Mund wird trocken. Die Brust schmerzt. Es sind die natürlichen Symptome mit denen der Körper antwortet, um mehr Energie für Flucht aus dem Gefahrenszenario oder für den vermeintlichen Kampf bereit zu stellen. Der beschleunigte Herzschlag regt die Durchblutung der Muskulatur an. Das Zittern dient der Anspannung der Skelettmuskulatur und bereitet auf die körperlich Aktivität vor. Uns wird übel, weil die Verdauungsfunktion gehemmt wird, denn die Energie wird an anderer Stelle gebraucht. Das alles sind ganz normale Reaktionen des Körpers – seit Urzeiten, als wir einzig mit Fellen bekleidet und mit Knüppeln bewaffnet durch Wälder und Steppen zogen.

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Die Kraft der Gedanken – ein achtsamer Umgang mit uns selbst

Du bist, was du denkst, heißt es. “Unser Leben ist das Produkt unser Gedanken”, sagte einst Marc Aurel. Aber warum bekommen wir eigentlich nicht von Kindesbeinen an beigebracht, dass es auch in unserer Macht steht, dieses Denken ganz gezielt zu beeinflussen? Mit dem Tag unser Geburt verweben sich Muster in uns, durch Erfahrungen und Erziehung. Ein oft in der Kindheit gehörter Satz voller Negativität, kann sich derart manifestieren, dass er für uns zum Glaubenssatz wird. Ein Vorwurf durch Mutter oder Vater, ein unbedachtes Wort von Freunden rumort in uns, vielleicht nur unterschwellig, aber vielleicht verwandeln sich die Worte auch irgendwann, kratzen an uns oder türmen sich in unseren Köpfen zu einer gnadenlosen Selbstanklage auf.

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PMS: Last, Chancen und Auswege

Beatrice Confuss ruft zur Blogparade auf: Wenn Mama durchdreht – PMS. Ein ernstzunehmendes Thema über ein Befinden, das eigentlich kein Mensch braucht und das doch so wenig diskutiert wird. Also lasst uns Tacheles reden. PMS bedeutet Prämenstruelles Syndrom oder wie in meinem Fall Psyche – Migräne – Schlafstörungen. Vor der Geburt des zweiten Kindes hatte ich an den Tagen vor den Tagen meist nur mit Migräne zu kämpfen, danach wuchs ein handfestes allmonatlich wiederkehrendes Gefühlschaos daraus, welches von diversen anderen Symptomen begleitet wurde.
“Ach, du hast wohl deine Tage?”

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Von Drachen und Lebenslüften

Jeder Mensch kommt mit einer Leidenschaft, einer Bestimmung zur Welt. Jeder hat einen Antrieb im Gepäck, einen bunten Drachen, den er in die Lebenslüften steigen lassen möchte. Vielleicht sind es sonderbare Dinge, wie die Vorliebe für das Züchten von violettem Gemüse. Vielleicht sind das großartige Dinge, wie das Kämpfen für eine bessere Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf oder einen fairen Mindestlohn. Vielleicht sind es handwerkliche Dinge, wie das Schreinern eines Tisches oder kreative Dinge, wie das Malen von Bildern oder das Einrichten gemütlicher Räume. Vielleicht ist es das Sammeln von Gedichten, vielleicht ist es das Erkunden der Welt zu Fuß, vielleicht ist es das Fotografieren von Landschaften, vielleicht ist es das Verwandeln alter Dinge in neue.

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Veränderungen

Der alte Schrank ist morsch geworden. Die Schubladen klemmen ständig und die Tür kreischt beim Öffnen und Schließen. Die Kleiderstange hat sich krumm gehangen von der Last meiner Sachen. Es ist zu eng da drinnen, zu dunkel und zu stickig. Und wo kommen eigentlich die Löcher in meinem Pullover her?

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Die Liebe hinter scharfen Zähnen

Ein ruhiges Meer, in dem Menschen baden. Ein Lachen, ein Ruf, eine kleine Unterhaltung. Dann zertrümmert ein Donnergrollen all die Menschenstimmen. Das Wasser spuckt riesige scharfkantige Mäuler aus. Ein Haifisch nach dem anderen durchbricht die spiegelglatte Oberfläche und verschlingt mit starrem Blick alles Leben. Ich sitze wie betäubt unter einem anthrazitfarbenen Himmel und kann nur hilflos zuschauen. Ich bin gelähmt, doch die Angst, die in mir empor kriecht, ätzt mir Löcher in den Bauch. Die Szenerie spielt sich nur in meinem Kopf ab. Ich habe einen Alptraum.
Ein Wimpernschlag zerreißt das Bild und ich finde mich warm zugedeckt in meinem Bett wieder. Nach dem Aufwachen frage ich mich, warum ich von Haifischen träume und was mir mein Unterbewusstsein damit sagen möchte. Die Angst vor dem Tod, die Angst vor dem plötzlichen Verschwinden geliebter Menschen, die Angst vor einer Angst, in der ich mich hilflos fühle. Steigen Urängste in unseren Träumen auf, wenn es uns an Vertrauen mangelt – in uns selbst, ins Leben, in die allmächtige Kraft?
[…]

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Der Trost von Apfelkuchen

Das kleine Kind hat Fieber. Es will nicht essen. Es will nicht spielen. Es will nicht schlafen. Die Wadenwickelei strengt das Kind an und gegen das Zäpfchen in den Po protestiert es lautstark, rotwangig und tränennass. Ich flüstere Worte, streichle die Stirn, küsse die Wange, trockne die Tränchen und blättere die Bilderbücher, Seite um Seite, erzähle Geschichten von einer kleinen Hexe, Tieren auf dem Bauernhof, einem Jungen, der gern Fußball spielt und einer Zugfahrt zur Oma.
Das kleine Kind schläft, weniger rotwangig und mit viel mehr Frieden im Gesicht. Ich schleiche mich davon. In der Küche koche ich mir einen Tee und starre vorwurfsvoll den Ahornbaum vor meinem Fenster an, dessen Blätter sich immer noch nicht gelb färben wollen. Dabei haben wir schon Mitte Oktober.
Ich kann mit Krankheiten nicht gut umgehen. Es reißt und zerrt an meinen Nerven, wenn die Kinder krank sind. Immer ist die Angst da, dass ich nicht helfen kann, dass nichts genug ist, was ich zu geben vermag, dass ich nicht reiche als Mutter.

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Bedingungslos lieben

Ich liebe dich, wenn … Ich liebe dich, weil … Ab und an frage ich mich, wie sehr unsere Liebe an Bedingungen zu den Menschen, die uns nahestehen, geknüpft ist. Auch wenn uns das oft gar nicht bewusst ist, sendet der Kopf doch manchmal missverständliche Signale an Herz und Bauch. Lieben wir den anderen mehr, wenn wir uns von ihm beschützt, von ihm umsorgt fühlen, wenn wir Komplimente bekommen oder Aufmerksamkeit?

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