#writingfriday: Erkläre einem Außerirdischen, was Liebe ist

An einem Freitagvormittag klingelte es an der Wohnungstür. Ein bleiches Wesen mit runzliger Haut, kleinwüchsig mit langen Armen und großen, platten Füßen stand vor mir. Es war nackt bis auf den Helm, den es auf dem Kopf trug.
Vor Überraschung brachte ich keinen Ton heraus.
Das Wesen streckte mir seine schmalen Finger entgegen und drückte mir eine Art Pergament in die Hand. Dann watschelte der Fremdling an mir vorbei ins Wohnzimmer, wo er es sich in einem der Sessel bequem machte.
Die kleinen Kerle tobten aus ihrem Kinderzimmer und waren nicht minder verblüfft, als sie unseren Gast erblickten.
“Da?”, wollte Little J. wissen.
“Ist das ein Astronaut, Mama?” Big J. deutete auf den Helm, den das Wesen eben begann vom Kopf ziehen.

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Die Abenteuer des Ollie Glockenherz – William Joyce (Kinderbuchliebling)

Billy kommt mit einem kleinen Loch im Herzen zur Welt. Seine Mutter näht ihm ein Stofftier, halb Bär, halb Hase, mit einem kleinen Glöckchen in der Brust. Ollie Glockenherz wird zu Billys bestem Freund und weicht fortan nicht mehr von seiner Seite. Als einige Jahre später, Billy hat sich inzwischen zu einem gesunden kleinen Jungen entwickelt, Ollie von seinem Menschenfreund nach einem besonders schönem Nachmittag zum allerliebsten Kuscheltier erklärt wird, passiert etwas Magisches. Der Hasenbär, randvoll mit Liebe, platzt beinah vor Glück. Doch das Geständnis weckt im Reich der Spielzeuge Neid uns Missgunst.

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Die Seele braucht mehr als Pflaster – Teresa Zukic (Rezension)

Teresa Zukic weiß, wie weh Worte tun können. Manchmal schnell und unbedacht geäußert, fügen sie uns scharfe Schnitte zu, die nur schwer verheilen. Doch Worte können auch ein Trost sein, Gegenmittel für die Tränen, die Wut und die Hilflosigkeit. Schwester Teresa findet in ihrem Buch “Die Seele braucht mehr als Pflaster”, erschienen im Herder Verlag, viele kraftspendende Worte, die den Leser an die Hand nehmen und heraus aus der Opferrolle ziehen. Erfrischend und lebensklug zeigt die Autorin, wie uns Glaube und Vertrauen randvoll mit Freude füllen können.

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Die Liebe hinter scharfen Zähnen

Ein ruhiges Meer, in dem Menschen baden. Ein Lachen, ein Ruf, eine kleine Unterhaltung. Dann zertrümmert ein Donnergrollen all die Menschenstimmen. Das Wasser spuckt riesige scharfkantige Mäuler aus. Ein Haifisch nach dem anderen durchbricht die spiegelglatte Oberfläche und verschlingt mit starrem Blick alles Leben. Ich sitze wie betäubt unter einem anthrazitfarbenen Himmel und kann nur hilflos zuschauen. Ich bin gelähmt, doch die Angst, die in mir empor kriecht, ätzt mir Löcher in den Bauch. Die Szenerie spielt sich nur in meinem Kopf ab. Ich habe einen Alptraum.
Ein Wimpernschlag zerreißt das Bild und ich finde mich warm zugedeckt in meinem Bett wieder. Nach dem Aufwachen frage ich mich, warum ich von Haifischen träume und was mir mein Unterbewusstsein damit sagen möchte. Die Angst vor dem Tod, die Angst vor dem plötzlichen Verschwinden geliebter Menschen, die Angst vor einer Angst, in der ich mich hilflos fühle. Steigen Urängste in unseren Träumen auf, wenn es uns an Vertrauen mangelt – in uns selbst, ins Leben, in die allmächtige Kraft?
[…]

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Kann uns die Liebe retten? (Philosophie Magazin Nr. 04/2017)

Vielleicht ist dies eine der größten Fragen, die uns Menschen zeitlebens umtreibt: Kann uns die Liebe retten? Das Philosophie Magazin greift jenes Schwergewicht-Thema in der aktuellen Ausgabe mutig auf. Schon im Editorial besticht Chefredakteur Wolfram Eilenberger mit einer klugen Überlegung, in dem er zwei Sätze gegenüberstellt, die uns einzeln sprachlos, ja hilflos machen, doch in ihrer Vereinigung, in einer Antwort auf den anderen Ausruf, einen Rettungsanker hinwerfen, welcher uns die Angst nicht mehr als bodenlos empfinden lässt.

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