Kino mit Glucke

Am Wochenende war ich mit Big J. zum ersten Mal im Kino. Wir haben ein kleineres Kino für den ersten Besuch gewählt und der Saal mit seinen 80 Plätzen war nur zu einem Drittel besetzt. Da saßen wir mit unserem Popcorn umringt von anderen Müttern und Vätern und ihren Kindern und Big J. starrte fasziniert auf die Leinwand, die anfänglich nur Werbung zeigte. Zu Hause würde er später seinem Papa erzählen, er hätte zwei Filme gesehen: die Werbung und den Hauptfilm. Vor drei Jahren haben wir das Kabelfernsehen abgeschafft und unsere Kinder leben medial von einem öffentlich rechtlichen Kinderfernsehsender und ein paar DVDs, also praktisch werbefrei. So wurde die Werbung im Kino vom Großen erst einmal mit Staunen aufgenommen, während die Mama entweder die Augen verdrehte oder recht verhalten den Spot eines großen Discounters belächelt, der griechische Götter in ausgeflippte Konsumjunkies verwandelt, die Boxershorts tragend und mit Sperren bewaffnet ihre proppenvollen Plastiktüten hysterisch kreischend in die Kamera strecken, nachdem sie ihre Zunge herausfordernd lasziv unter einen Weinspender gestreckt haben als wäre er der Quell allen Lebens. Wie soll man das seinem Kind erklären, wenn es einen dazu befragt?

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Schneeflockentage

In den vergangenen Tagen drehte es sich bei uns vor allem um eines: Schnee. Zum Wochenbeginn nehme ich euch einfach mal mit auf eine von winterlichen Motiven durchsetzte Bilderreise.

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Der erste Schnee

Ich blieb ein paar Minuten für mich, verzaubert von diesem Anblick, während Kindheitserinnerungen mein Herz umwehten. Der erste Schnee trug immer ein Versprechen mit sich. Er symbolisierte einen Zauber, der die Welt in weiße Tücher kleidete und sie ganz still machte, rein und voller Unschuld. Und er versprach jeder Kinderseele ein Abenteuer in Form einer Schlittenfahrt, einer Schneeballschlacht oder dem Bau eines Schneemanns. Und trotz aller dunklen Winterstunden – im Schnee ward alles licht und klar.

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Familie: Zuflucht oder Zumutung? (Philosophie Magazin)

Ich halte mein erstes Philosophie Magazin in den Händen und das aus gutem Grund. Die aktuelle Ausgabe hat sich dem Thema Familie verschrieben. Es wird kontrovers diskutiert und der Frage nachgespürt, die manch einen gerade in der Vorweihnachtszeit in Hinblick auf eine gemeinsame Feier mit der Verwandtschaft umtreibt: “Ist die Familie eine Zuflucht oder Zumutung?” Als Mutter fühle ich mich ein bisschen provoziert. Nicht nur von jener Schlagzeile, sondern auch von der schafsköpfig maskierten Familie, die mich vom Cover aus anstarrt. Natürlich obsiegt meine Neugier, einen Blick ins Magazin zu werfen.

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Flüchtige Kostbarkeiten

Als ich vor kurzem an einem kalten Novembervormittag mit Little J. den Kindergarten nach zwei Eingewöhnungsstunden verlassen wollte, kam mir im Garten der Kita mein Großer, den ich meist erst nach dem Vesper abhole, entgegen gestürmt und verkündete aufgeregt: “Mama, ich habe einen Schatz gefunden.” Auch die Meute von Kerlen und Räuberinnen, die sich um uns versammelte, starrte mit rotwangigen Gesichtern und großen Augen auf Big J.’s Jackentasche, die er stolz abklopfte.

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Eingewöhnung

Little J. und ich befinden uns mitten in der Phase des ersten Loslassens. Wir trennen uns in klitzekleinen Schritten voneinander und gewöhnen einander langsam die gemeinsamen Vormittage ab, weil ich in drei Monaten wieder arbeiten gehen werde. Eine langsame und behutsame Abnabelung war mir besonders wichtig, da die Eingewöhnung von Big J. für mich zu den unschönsten Erlebnissen meines Mutterdaseins zählte.

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Ein Gedächtnisspiel für Opa zum Geburtstag

Mein Schwiegervater ist vor ein paar Tagen 60 Jahre alt geworden. Inspiriert von der Geburtstagsfeier meines Onkels vor einigen Monaten, haben wir ihn mit einem Spiel überrascht. Vielleicht kennen es einige von euch. Dem Geburtstagskind werden Begriffe genannt, die es sich merken muss. Für jene Begriffe, welche richtig wiederholt werden, bekommt der Jubilar die passenden Präsente überreicht. Aber was verbirgt sich hinter der “Haushaltshilfe”? Und steckt hinter der “Erleuchtung” wirklich die göttliche Erkenntnis? Das waren unsere Ideen…

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Fünf Wahrheiten über das Zusammenleben mit Kerlen

Mein Zuhause teile ich mit meinem Mann und meinen beiden Söhnen, Big J. und Little J. Wie sich das bisher auf mich ausgewirkt hat, will ich euch heute kurz schildern.
1. Mein Wortschatz hat sich vermaskulinisiert. Seit der Geburt meiner Söhne verwende ich häufig Wörter, die ich früher kaum gebraucht habe: Tieflader, Raupenbagger, Rangierlok… Um es kurz zu machen, ich bin verbal motorisiert. Und das findet vor allem Big J. “echt stark”.

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