Schwierige Beziehungen entlasten – Sich von Erwartungen lösen

“Ich habe gedacht, du würdest dich eher mal melden!” “Das hättest du ruhig anders sagen können. Ich dachte, du liebst mich!” “Nie, nie hätte ich gedacht, dass du dich mal so verhalten würdest!” “Warum hast du denn bloß keine Zeit dafür?” “Alles andere scheint dir ja wichtiger zu sein.” “Ich bin so unendlich enttäuscht von dir!”  Den einen oder anderen Satz haben wir vielleicht schon mal gehört. Vielleicht haben wir ihn auch selbst gedacht. Wir fühlen uns verletzt oder verletzten einander, weil wir eine Erwartung haben oder mit Erwartungen konfrontiert werden, die nicht erfüllbar sind. Grenzüberschreitungen unter Verwandten, Freunden, Liebenden, Kollegen und Nachbarn, Grenzüberschreitungen, bei den wir uns nicht wohl fühlen, werden eingefordert oder wir fordern sie ein, damit es uns in irgendeiner Weise besser geht, den anderen aber durchaus belasten oder überfordern kann. Meist ist die Erwartung von vornherein mit einer Enttäuschung verknüpft. Entsteht sie doch aus einem Verlangen, welches das Gegenüber in eine Pflicht nimmt. In der Erwartung steckt nicht die liebevolle Botschaft eines Wunsches oder einer Bitte. Die Erwartung berechnet und sie rechnet ab. Sie macht unfrei. Denn mit Erwartungshaltungen drängt man sich selbst in die Opferrolle.

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Wie ich dank Shakespeare in Verona die große Liebe fand (Rezension)

“Wie ich dank Shakespeare in Verona die große Liebe fand” ist ein überaus hoffnungsvolles Buch über Neuanfänge und das schönste und größte aller Gefühle. Glenn Dixons biografische Schreibe, die sich wie ein Netz um den Kern aus der dramatischen Verbindung zwischen Romeo und Julia legt, katapultiert Shakespeare in die Moderne und macht ihn als Empathen gegenwärtig. Der Lehrer Glenn wird durch seine Leidenschaft für das Shakespeare-Drama für seine Schüler, von denen er immer wieder berichtet, zum Transformator ihrer eigenen Gefühle. Mit “Romeo und Julia” hilft er ihnen sich selbst und ihre Bedürfnisse besser zu verstehen. 

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Seelenkinder von Sereina Heim (Rezension)

Zeigt ein Kind ein problematisches Verhalten, steckt oft mehr dahinter als man denkt und es lohnt sich, die Familiengeschichte zu betrachten. Ungeborene Kinder, die durch Fehlgeburt oder Abtreibung gestorben sind, möchten ihren Platz in der Familie haben. Die Verdrängung führt sonst zur Auslösung familiärer Konflikte, von denen vor allem die lebenden Geschwister betroffen sind. Hyperaktivität, Schlafschwierigkeiten, Bettnässen, Gewichtsprobleme und Heuschnupfen können die Folge sein. Doch wie geht man überhaupt um mit den Seelenkindern in der Familie und entwickelt ein Verständnis für ihre Bedeutung in der Familienhierachie? Die Therapeutin Sereina Heim hat sich diesem Thema auf sehr einfühlsame Weise angenommen.

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Der Kaktus von Sarah Haywood (Rezension)

Susan Green liebt neben ihrer Kakteenzucht große Zahlen und kleine Buchstaben. Mit Gefühlen kann die fünfundvierzig jährige Versicherungsmathematikerin nicht viel anfangen. Als ihre Mutter stirbt, ihr Bruder im Elternhaus Chaos zu stiften droht und ihr zudem klar wird, dass die anhaltende Übelkeit nicht von verdorbenem Essen kommt, erkennt Susan mit einem Mal, dass sie nicht alles im Leben kontrollieren kann.

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Zufälle: Das Leben ist wunderbar – Brigitte Werner (Rezension)

Als Brigitte Werner von ihrem Verleger gebeten wird, ein Jahr lang die Kolumne für die Zeitschrift a tempo zu schreiben, sträubt sich erst einmal alles in ihr. Die regelmäßigen monatlichen Abgabetermine erzeugen ungeahnten Druck. Außerdem fragt sie sich, wer ihren “Kram schon lesen” will? Und über welches Thema soll sie überhaupt schreiben? Die Antwort, die Brigitte Werner vom Verlag erhält, lässt ihr Kopfkino verstummen. Mit Zufällen kennt sich die Autorin bestens aus. Schon als Kind liebte sie die kleinen und großen schicksalshaften Begegnungen mit dem wunderbaren Leben.

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