Corona im Familienalltag – Zwischen Krise und Chance

Seit Wochen blicken wir mit Sorge auf jenes neue Virus, das ganze Städte in einen vermeintlichen Stillstand treibt. Uns Menschen teilt Corona ein. Zwingt die einen zum Innehalten, andere rotieren unermüdlich, kümmern sich um die Gesundheit, halten die Ordnung aufrecht und versorgen uns mit Lebensmitteln. Ich bin dankbar dafür. Für eben jene Menschen, die jetzt an vorderster Front stehen, während wir zu Hause bleiben. Dass jenes #stayathome so bedeutsam werden könnte, um Leben zu schützen, hätte sich in einer auf Unterhaltung und Konsum basierenden Gesellschaft wohl kaum einer jemals vorgestellt. Das Virus schubst uns nicht nur in die eigenen vier Wände, es öffnet auch eine Tür, in einen Innenraum. Wir können uns ablenken oder nachschauen, was wir darin finden. Read more

Wenn erwachsene Kinder den Kontakt zu ihren Eltern abbrechen – Schritte zur Heilung

Immer wieder lese ich von Kontaktabbrüchen zwischen erwachsenen Kindern und ihren Eltern. Vera, 42 Jahre, hält es nicht mehr aus, dass ihre Mutter sie ständig bevormundet, obwohl sie längst selbst verheiratet ist und eigene Kinder bekommen hat. Markus konnte es seinem Vater nie Recht machen. Statt lobenden Worten hörte er stets nur Kritik. Markus fühlt sich auch heute noch nicht gut genug, obwohl er inzwischen erfolgreich eine eigene Firma leitet. Natalies Mutter flieht vor jedem Konflikt mit ihrer Tochter. Ihr Missfallen zeigt sie Natalie mit Schweigen. Sie spricht lieber mit Außenstehenden über die Probleme in der Mutter-Tochter-Beziehung als sich mit Natalie an einen Tisch zu setzen. Andreas Vater redet ständig nur von sich, bauscht jede Sorge auf und verliert sich in Negativität. Andrea fühlt sich überhaupt nicht wahrgenommen. Das sind nur einige Beispiele, die eine ungesunde Beziehung zwischen erwachsenen Kindern und ihren Eltern zeigen. Es sind die Schatten der Vergangenheit, die sich auf die Gegenwart gelegt haben und auch fortbestehen werden, wenn die alten Muster nicht gelöst werden. Read more

Falsche Erwartungen aufgeben – schwierige Beziehungen entlasten

"Ich habe gedacht, du würdest dich eher mal melden!" "Das hättest du ruhig anders sagen können. Ich dachte, du liebst mich!" "Nie, nie hätte ich gedacht, dass du dich mal so verhalten würdest!" "Warum hast du denn bloß keine Zeit dafür?" "Alles andere scheint dir ja wichtiger zu sein." "Ich bin so unendlich enttäuscht von dir!"  Den einen oder anderen Satz haben wir vielleicht schon mal gehört. Vielleicht haben wir ihn auch selbst gedacht. Wir fühlen uns verletzt oder verletzten einander, weil wir eine Erwartung haben oder mit Erwartungen konfrontiert werden, die nicht erfüllbar sind. Grenzüberschreitungen unter Verwandten, Freunden, Liebenden, Kollegen und Nachbarn, Grenzüberschreitungen, bei den wir uns nicht wohl fühlen, werden eingefordert oder wir fordern sie ein, damit es uns in irgendeiner Weise besser geht, den anderen aber durchaus belasten oder überfordern kann. Meist ist die Erwartung von vornherein mit einer Enttäuschung verknüpft. Entsteht sie doch aus einem Verlangen, welches das Gegenüber in eine Pflicht nimmt. In der Erwartung steckt nicht die liebevolle Botschaft eines Wunsches oder einer Bitte. Die Erwartung berechnet und sie rechnet ab. Sie macht unfrei. Denn mit Erwartungshaltungen drängt man sich selbst in die Opferrolle. Read more