Unwiderstehlich von Adam Alter (Rezension)

Im Jahr 2008 verbrachte ein Erwachsener etwa 18 Minuten mit seinem Handy. Einige Jahre später hat sich diese Zeit verzehnfacht. Der Durchschnittsnutzer starrt inzwischen drei Stunden oder länger pro Tag auf sein Smartphone. Das sind immerhin über 1000 Stunden pro Jahr. Smartphones fressen unsere Lebenszeit. Wir können uns den Alltag ohne sie nicht mehr vorstellen. Die Technik beeinflusst beinah jeden Berufszweig, im Privatleben ist sie nicht mehr wegzudenken. Doch irgendwie hat sie uns auch überrollt. Wir sind süchtig nach ihr, nach den Plattformen, die mit Likes unser Belohnungssystem füttern, nach all dem Blinken und Piepsen, das unsere Antwort erzwingt. “Unwiderstehlich” nennt das der Sozialpsychologe Adam Alter. In seinem Buch geht er den Verhaltenssüchten auf den Grund und beleuchtet neben der Abhängigkeit vom Mobiltelefon, von Social-Media-Kanälen, vom Online-Shopping ebenso die Fitness-Sucht, die Arbeitssucht, den exzessiven Serienkonsum und die Sucht nach Spielen wie World of Warcraft.

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Schwierige Beziehungen entlasten – Sich von Erwartungen lösen

“Ich habe gedacht, du würdest dich eher mal melden!” “Das hättest du ruhig anders sagen können. Ich dachte, du liebst mich!” “Nie, nie hätte ich gedacht, dass du dich mal so verhalten würdest!” “Warum hast du denn bloß keine Zeit dafür?” “Alles andere scheint dir ja wichtiger zu sein.” “Ich bin so unendlich enttäuscht von dir!”  Den einen oder anderen Satz haben wir vielleicht schon mal gehört. Vielleicht haben wir ihn auch selbst gedacht. Wir fühlen uns verletzt oder verletzten einander, weil wir eine Erwartung haben oder mit Erwartungen konfrontiert werden, die nicht erfüllbar sind. Grenzüberschreitungen unter Verwandten, Freunden, Liebenden, Kollegen und Nachbarn, Grenzüberschreitungen, bei den wir uns nicht wohl fühlen, werden eingefordert oder wir fordern sie ein, damit es uns in irgendeiner Weise besser geht, den anderen aber durchaus belasten oder überfordern kann. Meist ist die Erwartung von vornherein mit einer Enttäuschung verknüpft. Entsteht sie doch aus einem Verlangen, welches das Gegenüber in eine Pflicht nimmt. In der Erwartung steckt nicht die liebevolle Botschaft eines Wunsches oder einer Bitte. Die Erwartung berechnet und sie rechnet ab. Sie macht unfrei. Denn mit Erwartungshaltungen drängt man sich selbst in die Opferrolle.

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Wie ich dank Shakespeare in Verona die große Liebe fand (Rezension)

“Wie ich dank Shakespeare in Verona die große Liebe fand” ist ein überaus hoffnungsvolles Buch über Neuanfänge und das schönste und größte aller Gefühle. Glenn Dixons biografische Schreibe, die sich wie ein Netz um den Kern aus der dramatischen Verbindung zwischen Romeo und Julia legt, katapultiert Shakespeare in die Moderne und macht ihn als Empathen gegenwärtig. Der Lehrer Glenn wird durch seine Leidenschaft für das Shakespeare-Drama für seine Schüler, von denen er immer wieder berichtet, zum Transformator ihrer eigenen Gefühle. Mit “Romeo und Julia” hilft er ihnen sich selbst und ihre Bedürfnisse besser zu verstehen. 

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Der Kaktus von Sarah Haywood (Rezension)

Susan Green liebt neben ihrer Kakteenzucht große Zahlen und kleine Buchstaben. Mit Gefühlen kann die fünfundvierzig jährige Versicherungsmathematikerin nicht viel anfangen. Als ihre Mutter stirbt, ihr Bruder im Elternhaus Chaos zu stiften droht und ihr zudem klar wird, dass die anhaltende Übelkeit nicht von verdorbenem Essen kommt, erkennt Susan mit einem Mal, dass sie nicht alles im Leben kontrollieren kann.

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