Das Beste kommt noch

Andrew Smith wird tagtäglich mit dem Tod konfrontiert. Als Nachlassverwalter kümmert er sich um den letzten Weg derjenigen, die einsam gestorben sind. Und oft wohnt Andrew auch deren Beerdigungen bei – als einziger Gast. Bloß gut, dass fernab allem Trauerspiels daheim Frau und Kinder in einem behaglichen Haus auf ihn warten. Das erzählt Andrew zumindest – um sich die Menschen vom Leib zu halten, um keine Beziehungen zu knüpfen. Doch dann taucht auf der Arbeit Peggy auf und die wirbelt Andrews Welt mächtig durcheinander. Allerdings ist die neue Kollegin gebunden und sie glaubt, Andrew wäre in der gleichen Situation …

Mit einem Vorstellungsgespräch fängt es an. Andrew stolpert durch Sätze und verfängt sich in Fragen. Am Ende geht er mit einem Job und einer Familie heraus. Letzteres ist eine Lüge, mit der sich seit fünf Jahren arrangieren muss, während daheim doch nur die Kargheit einer schäbigen Einraumwohnung und seine Modelleisenbahn auf ihn wartet. Soziale Kontakte hat er nur über das ModellBahnFreaks-Forum.

Mit Peggy ändert sich alles. Die quirlige Frau begleitet ihn auf seinen Touren durch stille Wohnungen und geht mit ihm zu jenen Beerdigungen, auf denen Angehörige fern bleiben. Immer mehr entspinnt sich eine Freundschaft. Andrew merkt bald, dass sich durch Peggys Gegenwart sein Leben plötzlich gut anfühlt. Damit dies so bleibt, muss Andrew allerdings seine Komfortzone verlassen und Peggy einiges gestehen.

Welch triste Angelegenheit in der Vergangenheit der Toten herumzupicken. Sein eigenes Trauma schiebt Andrew dagegen immer wieder von sich. Doch als seine Schwester stirbt, die er zwanzig Jahre nicht mehr gesehen hat, bricht sein Panzer auf und Erinnerungen steigen auf von einem früheren Leben, in dem er vieles verlor. Wahrheiten kommen ans Licht, mit denen wohl keiner gerechnet hätte…

Eine wunderschöne Geschichte über die schöpferische Kraft der Veränderung und der Neuanfänge hat Richard Roper mit Das Beste kommt noch geschaffen. Der Autor macht Mut, sich die Fesseln der Vergangenheit anzusehen, um sie endlich loszulassen. Nur so vermag das Herz zu heilen und ehrlich zu lieben. Die Hauptfigur Andrew hat sich in Routinen eingerichtet, empfindet aber statt Sicherheit eher Beklemmung. Es ist faszinierend zu beobachten, wie sich Andrew langsam herausschält aus seinem Kokon. Das Beste kommt noch – ein Buch komisch und traurig zugleich, aber immer voller Hoffnung. Halten wir sie hoch.


Das Beste kommt noch
Richard Roper
Wunderlich

4 Replies to “Das Beste kommt noch

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