Völlig losgelöst

Wie kann es gelingen? Jenes Leben, in dem wir uns weniger auf unseren Besitz verlassen, als vielmehr auf uns selbst? Susanne Weingarten zeigt den Abschied von einer konsumorientierten Egozentrik. In “Völlig losgelöst” lässt sie Stimmen zu Wort kommen, die im Reduzieren der Dinge das große Mehr gefunden und ein nachhaltiges Leben für sich entdeckt haben.

Immer mehr, immer mehr, immer mehr …

Kaufen – das bedeutet nicht nur Geld auszugeben, sondern auch Zeit zu investieren, in die Wahl des Produktes, in die Pflege, in die Reparatur. Nun, vielleicht in Letzteres eher weniger. Seit Jahren entwickeln wir uns zu einer Gesellschaft, die am liebsten wegschmeißt. Schließlich können wir überall nachkaufen, zu Spottpreisen. Die Müllberge wachsen, vor allem in der Dritten Welt und zu Hause hocken wir zwischen überfüllten Regalen und Schränken. Doch wie kann sich das ändern?

“Völlig losgelöst” enthält eine Sammlung von Artikeln und Interviews. Maren Keller fühlt sich erstickt von all den Flohmarktfunden und Schlussverkauf-Schnäppchen in ihrer Dreizimmerwohnung und wünscht sich wieder mehr Leere, um sich selbst weniger leer zu fühlen. Michael Fröhlingsdorf erzählt von Tiny-House-Pionieren, Verena Töpfer vom Co-Working-Space “Thinkfarm” – ein Unternehmen, mit dem Gründer etwas Gutes tun wollen. Lucia Reich erinnert an den Schups, der für alle nötig ist, um nachhaltiger zu leben.

In Susanne Weingartens Buch beschränkt sich die Definition des Minimalismus nicht aufs Entrümpeln. Die Abschwächung konsumorientierten Denkens stärkt die Lebensqualität. Der Fokus auf wesentliche Stützpfeiler, wie Zeitverfügbarkeit und Freiheit kommt nicht reduziert daher, sondern gewaltig. Völlig losgelöst. Das trifft es. Befreit von schweren Gepäckstücken, all dem Zeug, geht es sich im Leben leichter.


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Informationen zum Buch:

Völlig losgelöst: Wie wir mit weniger glücklich werden – Ein SPIEGEL-Buch*
Susanne Weingarten
Penguin Verlag

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2 Replies to “Völlig losgelöst

  1. Ich meine, dass es am wichtigsten ist, welche Bindung man an materielle Dinge hat. Wenn man sie jederzeit aufgeben kann ohne Reue, ist da kaum eine Bindung. Wenn man sie aber aufgibt und noch sehr an ihnen hängt, wird die Bindung durch das Bedauern nicht weniger, selbst wenn sie weg sind.

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