Gegen den Druck: Achtsamkeit als Pflichtfach an Englands Schulen

Die Ursachen für die Entstehung sind selbstredend fatal. Immer mehr Schüler leiden an psychischen Problemen. Leistungsdruck, Stress, überhöhte Ansprüche und Erwartungshaltung begünstigen die Entstehung von Ängsten und Depressionen bei jungen Menschen, die eigentlich sorgsam beim Wachsen begleitet werden müssen. England hat hier die Reißleine gezogen und führte im vergangenen Jahr das Pflichtfach Achtsamkeit ein. Die Resonanz ist überwiegend positiv.

Hier könnt ihr einen aktuellen Beitrag von ZDF Logo! dazu sehen: https://www.zdf.de/kinder/logo/achtsamkeit-im-unterricht-england-100.html

Inwieweit sich Hektik und Stress so im Schulalltag und darüber hinaus reduzieren lassen, bleibt abzuwarten. Wichtig ist jedoch ganz sicher jenes Handgepäck, das den Schülern mitgegeben wird. Sich vergegenwärtigen können, still werden, Gefühle verstehen und lenken lernen, schafft eine Basis, die ein Leben lang trägt. Statt zum Spielball äußerer Strukturen zu werden, die Befindlichkeiten vorschreiben wollen, darf sich immer wieder gefragt werden: Wo stehe ich im Moment? Wie geht es mir gerade? Was kann ich jetzt tun, damit es mir besser geht?

Als Mutter bin ich natürlich angetan von dieser Idee, denn ich weiß, dass Achtsamkeitstraining den Kindern eine Selbsterfahrung ermöglichen kann, in der alles andere Wissen, das schulisch vermittelt werden soll, viel besser getragen und erfahren wird. Nur ein zufriedenes, stabiles Kind wird auch mit Freude lernen. Ich bin gespannt, ob sich dies auch hier an unseren Schulen ausbreiten darf. Ein Achtsamkeitsprojekt hat es bereits an der Frankfurter Elisabethenschule gegeben. Bleibt zu hoffen, dass es sich hierbei nicht nur um eine Eintagsfliege handelt.

4 Replies to “Gegen den Druck: Achtsamkeit als Pflichtfach an Englands Schulen

  1. Das wäre wünschenswert, wenn es auch an deutschen Schulen eingeführt würde. Und wenn ein Bewusstsein im System Schule dafür entstehen könnte, dass das System selber ein problematisches ist… Von G8 zu G9 ist bestimmt schon ein guter Schritt, jedoch bedarf es sicher noch mehrerer Änderungen und Entwiklungen. Danke, Katja, für den link. Ich hatte davon noch nicht gehört.

    1. Ich hoffe auch sehr, dass hier eine positive Entwicklung stattfindet. Für mich war das auch neu und ich war überrascht, wie sehr sich England hier zu engagieren scheint.

  2. Das ist eine grossartige Initiative, finde ich. Die Eltern sollten auch einen Kursus in Achtsamkeit absolvieren, denn oftmals sind sie es, die die Kinder pressen, ihren Ehrgeiz auf die Kinder übertragen.
    Mein älterer Bruder hatte einen Schulkameraden, der Selbstmord beging, weil er seinem Vater nichts recht machen konnte. Er wurde dauernd mit seinem Bruder verglichen, der anscheinend sehr begabt war. Armer Junge! Er hatte keine Chance …
    Ich sehe daher dieser Idee mit grossem Interesse entgegen!

    1. Da hast du absolut recht. Die Eltern sind immer Vorbilder und wer könnte es also besser vorleben und in den Alltag integrieren. Ich denke, dass Achtsamkeit jedem Erwachsenen gut tut, wenn er mehr Verantwortung für sein Leben übernehmen möchte. Das mit dem Jungen tut mir sehr leid. Wie wenig geliebt er sich gefühlt haben muss und wie verzweifelt muss er gewesen sein.

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