Der Welt geht es besser, als Sie glauben (Rezension)

Die Nachrichten sind voll von negativen Schlagzeilen. Titelseiten der Zeitungen konkurrieren miteinander um Aufmerksamkeit. Objektivität, die in tiefschwarze Gewänder gehüllt wird, Katastrophisieren und jede Menge Fehlinformationen, die eine eher gediegene Meldung aufrüschen sollen – nichts eignet sich besser, um Reichweite zu generieren. Doch diesen Schuh sollten wir uns schnell ausziehen, ehe wir uns damit schmerzhafte Blasen laufen. Der französische Psychologe Jacques Lecomte plädiert für einen überlegten, ungetrübteren Blick auf die Dinge, einen Blick, der weder lähmt noch in Panik versetzt, einer, der stattdessen eine realistisch Bewertung möglich macht. In seinem Buch “Der Welt geht es besser, als Sie glauben” hat er 50 Gründe versammelt, die uns dazu anhalten sollen, optimistisch zu sein.

Wir alle wünschen uns eine Erde, auf der Frieden herrscht und auf der jedes Lebewesen glücklich wachsen und gedeihen darf. Sieht man sich jedoch die Nachrichten an, stellt sich oft die Frage, ob wir überhaupt noch Kinder bekommen oder für das Gute kämpfen sollten bei all dem Chaos, das wir zu produzieren scheinen. Jacques Lecomte hat sich vor allem die Untergangspropheten vorgeknöpft und will sie mit einer umfangreichen Faktensammlung internationaler Institutionen entgegen aller Übertreibungen ins Abseits katapultieren. Denn eins, so der Experte für Positive Psychologie, schadet uns ganz bestimmt: der Profit mit dem Schrecken.

Es geht der Menschheit entgegen der landläufigen Meinung sehr viel besser als noch vor zwanzig Jahren, wenngleich noch viel im Argen liegt.

Jacques Lecomte bespricht in seinem Buch maßgebende Punkte wie Armut, Hunger, Schulbildung, die Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung. Im Bereich Gesundheit beleuchtet er eine weltweite sinkende Kinder- und Müttersterblichkeit, die Entwicklung von Aids, Malaria und Pocken. Er erzählt von der stärker werdenden Bereitschaft zur Energiewende, von den 350 vermeintlich ausgestorbenen Tierarten, die inzwischen wieder gesichtet wurden und von der Verlangsamung der Abholzung der Wälder.

Der Weg aus der Sinnkrise hin zur Veränderung

Mit “Der Welt geht es besser, als sie glauben” tritt Jacques Lecomte ganz sicher nicht dafür ein, fortan nur noch rosarote Brillen zu tragen oder über jene Dinge hinwegzusehen, die wirklich weh tun. Vielmehr sollen wir den Mut finden, weiter Probleme analytisch anzuschauen und aufzuarbeiten. Denn trotz aller von ihm aufgezeigten, sehr guten Gründe, optimistisch zu sein, es gibt noch allerhand zu tun.


Informationen zum Buch:

Der Welt geht es besser, als Sie glauben

Jacques Lecomte

Gütersloher Verlagshaus

5 Replies to “Der Welt geht es besser, als Sie glauben (Rezension)

  1. Die grössten Angstmacher sind ja die Medien und die Politiker.
    Allerdings nützt uns die neu gewonnene Freiheit nichts, wenn wir in Zukunft den Zugang zu sauberem Wasser und giftfreien Lebensmittel verlieren.
    Ich setze auf die neuen Generationen, die tatsächlich mit einem höheren Bewusstsein geboren werden, und dieses hoffentlich zum Wohl der Menschheit einsetzen …

      1. Hihi, ja wir kommen dann in ein paar Generationen wieder und können sehen, was die heutige junge Generation anders gemacht hat, wenn wir uns denn an heute erinnern … ich möchte allerdings nach diesem Leben gar nicht so gerne wiederkommen, ich möchte lieber weitergehen, wenn ich als dafür geeignet befunden werde.

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