Das Weihnachtswunder von Angelika Schwarzhuber (Rezension)

Wann geschieht mir endlich einmal mein ganz persönliches Wunder? Genau das fragt sich Kathi Vollmer verzweifelt. Die dominante Mutter hält sie unentwegt auf Trab, in der Werbeagentur gibt die Kollegin Kathis Ideen als eigene aus und sabotiert immer wieder die Beförderung der Sekretärin zur Werbefachfrau. Die sich gerade anbahnende Romanze mit dem Fotografen Jonas scheint schon wieder im Sand zu verlaufen, als ein attraktives Model der hübschen, aber etwas fülligen Kathi die Show stiehlt. Als wäre das alles nicht genug, stürzt sie schmerzhaft nach einer überaus fürchterlichen Firmenweihnachtsfeier. Bloß gut, dass in dieser kalten Winternacht plötzlich ein Engel erscheint, der ihr unbedingt helfen möchte…

Bildquelle: Blanvalet Verlag “Das Weihnachtswunder” von Angelika Schwarzhuber

Viel Selbstvertrauen hat Angelika Schwarzhuber ihrer Protagonistin nicht auf den Leib geschrieben. Kathi Vollmer bringt zwar enorme Talente mit und besitzt ein Herz aus Gold, erkennt dies aber selbst in keinster Weise. Stattdessen glaubt sie, die Konfektionsgröße würde über Ansehen und Beliebtheit entscheiden. Erst Angelo, der sich nicht nur als ihr Schutzengel ausgibt, sondern auch eine enge familiäre Verbindung zu Kathi hat, von der diese jedoch nichts ahnt, kann seinem Schützling einen Weg aus der Aschenputtelfalle zeigen.

Mit “Das Weihnachtswunder” hat Angelika Schwarzhuber ein modernes Märchen geschrieben, in dem es jede Menge Hürden zu meistern gilt. Eine durchtriebene Hexe mit einer Vorliebe für merkwürdige Teesorten, das diebische, unausstehliche Rumpelstilzchen, eine kontrollsüchtige Königin und klapperdürre, eingebildete Hofdamen machen der verwunschenen Prinzessin das Leben ziemlich schwer. Doch nicht der sanftmütige Held, der mit Kamera statt Schwert durch die Lande zieht, kann Kathi erlösen. Hier ist himmlischer Beistand dringend nötig. Zum Glück weiß der Engel mit den großen Vatergefühlen Rat, um Kathi von ihrer eigenen Liebenswürdigkeit und ihrer inneren Stärke zu überzeugen.

Fazit: Angelika Schwarzhuber nimmt sich in “Das Weihnachtswunder” allerlei emotionaler Unsicherheiten und zwischenmenschlicher Dissonanzen an, die in der Adventszeit noch einmal ein ganz anderes Gewicht erhalten. Im Hinblick auf die heiligste aller Nächte vermag sie jedoch das Beste aus allen Romanfiguren herauszuholen, was jedes nach Harmonie strebende Leseherz letztlich ungemein beruhigen wird. Am Ende trumpft die Autorin mit einem besonderen Geschenk auf: einer große Versöhnung, vor allem mit sich selbst.


Informationen zum Buch:

Das Weihnachtswunder
Angelika Schwarzhuber
Blanvalet

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