Der Tag, an dem Mr Goldman starb – Eine Parabel vom Glück (Rezension)

Selten ist man so einem unangenehmen Zeitgenossen wie Harry Goldman begegnet. Gierig und geizig hat er sich hinter seinem Reichtum verschanzt und tritt die Menschheit mit Füßen. Nicht nur seine Angestellten behandelt er wie Abfall, auch auf den armen Landstreicher namens Schaefer, der sich vor seiner Villa herumtreibt, würde er am liebsten seine Wachhunde hetzen. Doch eines Tages zerbricht Mr Goldmans Welt. Ein Herzinfarkt befördert ihn an die Grenze zum Himmel. Die will er aber nicht überschreiten – nicht ohne seinen Besitz, sein Geld und Gold. Aber wie findet man ihn, jenen Weg zurück nach Hause? Unerwartet erhält er Hilfe von Schaefer. Eine wundersame Reise beginnt.

Schönheit, die auf dem Leid anderer aufbaut, scheint mir, ehrlich gesagt, ziemlich hässlich.” (S. 37, “Der Tag, als Mr Goldmann starb”)

Wie ein Geschwür hat sich in Mr Goldman der Gedanke festgesetzt, dass er ohne seine Reichtümer nicht existieren kann. Das treibt ihn an, Meile um Meile zurück zu einem Haus, das einst stattlich war und nun zu zerfallen droht. Tatsächlich findet er seine Goldbarren und schleppt sie mit sich, hin zu diesem besonderen Fluss, der die Grenze zum Jenseits markiert. Doch immer wieder verändert sich die Landschaft, der Weg verliert sich und formt sich neu. Harry Goldman droht niemals anzukommen. Erst mit Schaefers unermüdlicher Unterstützung gelingt es ihm langsam, zu verstehen, dass jene Veränderung in ihm selbst liegt, die ihm letztlich einen guten Weg bereiten wird.

Die unglaubliche Verwandlung eines Menschen, der einen guten Hirten an seiner Seite hat

David Rhodes hat mit seinem Roman “Der Tag, als Mr Goldmann starb” ein Wunderwerk geschaffen. Auf spektakuläre Weise zeichnet er das Bild eines Mannes, dem trotz aller Übeltaten eine zweite Chance gegeben wird, weil – man mag es kaum glauben – er geliebt wird. Harry Goldman ist ein Verlorener, einer, der alle Schwäche hinter ungesundem Egoismus und Despotismus verbirgt. Ähnlich wie in Dantes “Göttlicher Komödie” muss er die Kreise der Hölle durchwandern, um geläutert zu werden und zu verstehen, was wirklich wichtig ist und was den Menschen von der Erde in den Himmel trägt.

“Der Tag, als Mr Goldmann starb” ist ein Buch voller Wahrheiten, aufrüttelnd, schockierend und unglaublich glücklich machend.


Informationen zum Buch:

Der Tag, als Mr Goldmann starb
David Rhodes
Brunnen Verlag

One Reply to “Der Tag, an dem Mr Goldman starb – Eine Parabel vom Glück (Rezension)”

Kommentar verfassen