Die Charité von Ulrike Schweikert (Rezension)

Ulrike Schweikert reist mit “Die Charité” in die 30er Jahre des 19. Jahrhunderts zurück und zeigt uns das Wirken von Ärzten und Pflegepersonal im ältesten Krankenhaus von Berlin während eines heftigen Choleraausbruchs und darüber hinaus. Dabei stellt sie uns drei Frauen vor, die mit ihren ganz eigenen Sorgen zu kämpfen haben.

Drei Frauenschicksale, ein Krankenhaus

Die wissbegierige Elisabeth flieht vor dem ihr zugedachten Leben als Ehefrau und Mutter, um in der Charité als Wärterin zu arbeiten, nichtsahnend, dass sie man vor der Liebe nicht davonlaufen kann. Die hochschwangere Gräfin Ludovica macht sich derweil Gedanken um die bevorstehende Geburt ihres ersten Kindes und ersucht Rat bei Professor Dieffenbach, der bald mehr für seine schöne Patientin empfindet als nur Sorge um deren Gesundheit. Martha, die angesehenste Hebamme der Stadt, wünscht sich ein besseres Leben für ihren Sohn, fernab der Willkür ihres streitsüchtigen Mannes. Zwei Geburten in einer Nacht werden alle drei Frauen schließlich auf geheimnisvolle Weise miteinander verbinden.

Ulrike Schweikert präsentiert mit “Die Charité” einen Entwicklungsroman, in der drei Frauen, dem ihnen angedachten Weg trotzen und versuchen, ihre Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen. Zudem hat sich die Autorin intensiv mit den ärztlichen Behandlungsmethoden und medizinischen Größen eines vergangenen Jahrhunderts auseinander gesetzt. Sie beschwört eine Epoche herauf, in der man beginnt, Mängel in puncto Hygiene und Betreuung der Kranken durch ungeschultes Pflegepersonal abzuschaffen. Ihre Protagonisten symbolisieren dabei die Kraft, das Mitgefühl und das Engagement der vielen Frauen, die sich dafür einsetzten, stets nur zum allerbesten Wohl der Patienten zu handeln.


Informationen zum Buch:

Die Charité – Hoffnung und Schicksal
Ulrike Schweikert
Rowohlt Polaris

7 Replies to “Die Charité von Ulrike Schweikert (Rezension)

      1. Die kommen noch dazu. Meine Grossmutter, die Krankenschwester war, weigerte sich immer, selber ins Krankenhaus zu gehen, weil sie wusste, wie es dort vor sich ging.

        Es gibt ja die Gruppe der nosokomialen Infektionen, was nichts anderes bedeutet als das man sie im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung “erworben” hat.

          1. Das tut mir so leid. Trotz aller Fortschritte der Medizin gibt es in puncto Hygiene wirklich noch einiges zu tun.

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