Im Zweifel glauben – Margot Kässmann (Rezension)

Glaube muss immer wieder erneuert werden, denn Lebensumstände verändern sich, Fragen tauchen auf, Wahrheiten wollen gefunden werden. Margot Kässmann gibt in ihrem Buch “Im Zweifel glauben” nicht nur Unsicherheiten einen Raum, in dem man offen über diese sprechen darf, sie ermutigt sogar, jeden dieser Zweifel genau anzusehen und nicht wegzudrängen. Denn erst in der Betrachtung, in der Diskussion erwächst eine Lebendigkeit, die ihn ausmacht – den Glauben und unseren ureigenen Weg zu Gott.

Eine Sammlung wichtiger Stützen

Zweifel hat es zu allen Zeiten gegeben. Doch statt sich vor ihnen zu fürchten, betont Margot Kässmann in ihrem Buch immer wieder, dass man keine Angst vor ihnen zu haben braucht. Kapitel für Kapitel nähert sich die Autorin aufkommenden Zweifeln über Gott, Jesus, den Heiligen Geist, die Bibel selbst. Auch vor persönlichen Sinnkrisen und angstbesetzten Umständen macht sie nicht Halt, vor den Lebensfragen, ob der Glaube überhaupt noch Platz hat in dieser modernen Zeit voller Möglichkeiten. Die Seelsorgerin gibt hier nicht nur Antworten, sondern liefert eine Art Handgepäck des Glaubens mit.

Kraftquellen in schwierigen Zeiten

Margot Kässmann bekräftigt ihre Leser, sich Glaubenstexte anzueignen, sie genau zu studieren, ja, sogar sie auswendig zu lernen, damit sie immer griffbereit sind. Sich auf etwas verlassen können, in schwierigen Zeiten, das ist das Ansinnen von “Im Zweifel glauben”. Es ist ein sehr persönlicher Wegweiser, der sich als solides Fundament entpuppt, als eine Basis aus gutgedachten Überlegungen, auf die man unbedingt zurückgreifen sollte, wenn der eigene Glaube brüchig zu werden scheint.

Inspirierend und lebendig

Als gläubige Christin betont Margot Kässmann sehr sympathisch, dass sie sich unabhängig fühlt von den Urteilen anderer Menschen oder vom Druck des Zeitgeistes. Wo andere sich eingeengt fühlen, macht sie der Glaube frei. Ebendies versucht die Autorin trotz aller entgegengehaltenen Vorbehalte zu vermitteln. Sie setzt ein klares Statement, was es für sie bedeutet Christin zu sein und was es für sie heißt, zu glauben und auch zu zweifeln. Ehrlich und herzensweise vermittelt sie so eine Möglichkeit, Kirche offen zu leben.


Informationen zum Buch:

Im Zweifel glauben – Worauf wir uns verlassen können
Margot Kässmann
HERDER

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