Was Jesus wirklich gesagt hat – Eine Auferweckung. Franz Alt (Rezension)

Auf der vergangenen Buchmesse in Leipzig habe ich mich eine Weile mit Franz Alt unterhalten. Wir sprachen nicht nur über Solarenergie, sondern auch über Ethik und seine Freundschaft zum Dalai Lama. Vor allem aber redeten wir über den Glauben. Wenn Franz Alt von Jesus erzählt, leuchten seine Augen und die Begeisterung wischt ihm die Jahre aus dem Gesicht. Dieses Feuer ist ansteckend und macht Christen und Nichtchristen neugierig. Wie entsteht so eine Beziehung zu Jesus – dem wohl, so Franz Alt, “einzigartigsten Mensch aller Zeiten”? In seinem Buch “Was Jesus wirklich gesagt hat – Eine Auferweckung” forscht der Journalist und Autor nach dem aramäischen Gottessohn. Ein faszinierendes Bild ist dabei entstanden.

Ein barmherziges Gottesbild, das Vater und Mutter vereint

Wir begeben uns auf eine Zeitreise. Franz Alt fordert mehr Ursprünglichkeit in der Bibellese und sucht jenen authentischen Jesus, dessen Worte nicht durch Übersetzungsfehler verfremdet wurden. Unterstützung erhielt er dabei von Günther Schwarz, dem 2009 verstorbenen Theologen, der in jahrzehntelanger Arbeit aus den ältesten altsyrischen Texten zurück in die Muttersprache Jesus übersetzte und anschließend das Aramäische ins Deutsche übertrug. Die Sinntreue der Lehre ist das oberste Ziel dieses Schaffens, welche gravierende Übersetzungsfehler aufdeckte.

Jesus hat Vieles neu gedacht und noch mehr neu gemacht. Doch dieses Neue wurde im Laufe von 2000 Jahren verschüttet und durch falsche Übersetzungen oder bewusste Fälschungen übertüncht und deshalb unverständlich, in Teilen geradezu pervertiert.” (Franz Alt)

Jesus näher kommen

In unzähligen Beispielen verweist Franz Alt, unter Zuhilfenahme von Georg Schwarz Arbeiten, auf die Bedeutung, die sich durch Jesus Worte erschließt, würden wir sie in der direkten Übersetzung aus dem Aramäischen ins Deutsche lesen. Was sich offenbart, ist in jedem Fall ein Bild der Güte, aber auch eine Quelle, die in der Gegenwart für ordentlich Zündstoff sorgt. Kein Wunder, dass sich die katholische Kirche empört, wenn deutlich gemacht wird, dass das Papsttum auf einer Fälschung beruht, weil nicht Petrus der Fels ist, sondern Jesus selbst.

[… ] dass im Aramäischen zwei Buchstaben genügen, um ‘Er (Jeschu) ist der Fels’ in ‘Du (Petrus) bist der Fels’ zu verändern.” (Günther Schwarz)

Kritisch, spannend und berührend

Letztlich ist “Was Jesus wirklich gesagt hat” das Buch eines Suchenden, der sich selbst nicht für unfehlbar hält, aber aufrütteln möchte, das System einer “lauwarmen Kirche” zu überdenken. Neben den Rückübersetzungen dienen auch Franz Alts eigene Ideen als Denkanstöße für ein erneuertes Jesus-Bild nahe am Ursprung.


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Informationen zum Buch: 

Was Jesus wirklich gesagt hat
Eine Auferweckung
Gütersloher Verlagshaus

ISBN: 978-3-579-08522-7
Preis: 22,99 Euro

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