Mitte 40, fertig, los – Franka Bloom (Rezension)

Mit 44 Jahren gerät Rikes Leben katastrophal aus den Fugen. Vom Mann betrogen und verlassen, der pubertäre Sohn ist beim Auszug ebenfalls verschwunden, pleite, arbeitslos und ohne Dach über dem Kopf, muss Rike notgedrungen wieder bei ihrer kürzlich verwitweten Mutter einziehen. Im Kinderzimmer hat sich nichts verändert. Auf dem Schreibtisch liegt neben der Einladung zum Klassentreffen, die Rike sorgsam ignoriert, sogar noch eine alte Bravo. Soll das jetzt wirklich ihr Leben sein, von dem sie sich eigentlich so viel erhofft hatte?

mitte40-01

Franka Bloom mutet ihrer Hauptfigur einiges zu. Neben all den äußeren belastenden Umständen hat Rike auch mit einer äußerst problematischen Bindung zu ihren Eltern zu kämpfen. Der Vater lieblos, die Mutter besitzergreifend und rechthaberisch, blieb der Tochter im Heranwachsen weder genug Raum, sich zu entfalten, noch gewann sie ausreichend Selbstsicherheit. Kein Wunder, dass Rike noch in ihren Vierzigern unter Minderwertigkeitskomplexen leidet. Aber die Heimkehr in die Kleinstadt Meppelstedt entpuppt sich überraschenderweise als Chance, doch noch ein großes Stück vom Kuchen abzubekommen – nicht ganz unschuldig daran sind ihre ehemaligen Mitschüler.

Der neue Roman von Franka Bloom steht seinem Vorgänger “Anfang 40 – Ende offen” (hier besprochen) in nichts nach. Die Autorin hat ein modernes Aschenputtelmärchen für Frauen im besten Alter geschaffen. Mit Rike schenkt sie ihren Lesern eine Figur, die zeigt, dass es nie zu spät ist, seine Träume zu verwirklichen und einen Neuanfang zu wagen. “Mitte 40, fertig, los” garantiert humorvolle Happy-End-Unterhaltung mit viel Retro-Charme.

Informationen zum Buch:

Mitte 40, fertig, los
Franka Bloom
Rowohlt Taschenbuch Verlag

0 Replies to “Mitte 40, fertig, los – Franka Bloom (Rezension)

  1. Diese Elternabhängigkeit, sich nicht lösen zu können, ist manchmal schon tragisch. So kommt man ja nie weiter im Leben. Vielleicht sollte man wirklich ein Elternexamen einführen … 😉
    Schön, dass es ein Buch gibt, oder zwei, die solchen Leuten Mut macht!

Kommentar verfassen