PMS: Last, Chancen und Auswege

Beatrice Confuss ruft zur Blogparade auf: Wenn Mama durchdreht – PMS. Ein ernstzunehmendes Thema über ein Befinden, das eigentlich kein Mensch braucht und das doch so wenig diskutiert wird. Also lasst uns Tacheles reden. PMS bedeutet Prämenstruelles Syndrom oder wie in meinem Fall Psyche – Migräne – Schlafstörungen. Vor der Geburt des zweiten Kindes hatte ich an den Tagen vor den Tagen meist nur mit Migräne zu kämpfen, danach wuchs ein handfestes allmonatlich wiederkehrendes Gefühlschaos daraus, welches von diversen anderen Symptomen begleitet wurde.

„Ach, du hast wohl deine Tage?“

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Bildquelle: pixabay

Oft werden jene weiblichen Stimmungsschwankungen, die mit Übellaunigkeit und Tränen einhergehen, dem Zyklus zugeschrieben. Nie sind wir dünnhäutiger als an diesen Tagen und fühlen uns jedes Mal so, als würden wir die Büchse der Pandora öffnen. In der zweiten Zyklushälfte sinkt der Östrogenspiegel und das Progesteron steigt. Bei einigen Frauen tut es das aber nicht. Man spricht von Östrogendominanz (z.B. durch langjährige Pilleneinnahme, Wechseljahre, synthetisch hergestellte Östrogene in Kosmetika und Plastikflaschen, hormongefütterte Tiere, deren Fleisch wir verzehren). Auch das Melatonin, jenes Hormon, welches vor allem für die Schlafregulierung sorgt, spielt eine gewisse Rolle, ebenso wie der Mangel an bestimmten Vitaminen. Definitiv sicher ist auf jeden Fall, dass die hormonellen Veränderungen bei zwei von drei Frauen für Unterleibs-, Rücken- und Kopfschmerzen, Wassereinlagerungen, depressive Verstimmungen, Ängste, Schlafstörungen, Schwindel, unreine Haut und/ oder Magenverstimmungen sorgen – alles in mehr oder minder starker Ausprägung.

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Photo by Fredrick Kearney Jr on Unsplash

Ist unsere heutige Lebensweise Schuld am verstärkten Auftreten des Prämenstruellen Syndroms?

Ganz bestimmt verstärken Stress und die Schnelllebigkeit der Neuzeit die Symptome. Doch Generationen von Frauen vor uns litten bereits an PMS. Das Problem der Tage vor den Tagen ist seit der Antike durch Hippokrates bekannt, gesellschaftlich anerkannt wurde das Prämenstruelle Syndrom aber erst Ende des 20. Jahrhunderts.

Sind wir verflucht oder bewerten wir das Ganze über? Gibt es überhaupt irgendetwas Gutes an PMS?

Vor und während unserer Periode sind wir Frauen hochempfindlich. Wir werden auf unsere Verletzlichkeit zurückgeworfen. Manchmal bedrücken uns Dinge, über die wir sonst hinwegsehen und wir erkennen, dass das Bestreben, stets gleichsam zu funktionieren, eine Unmöglichkeit ist. Die Empfindsamkeit gibt uns also auch die Chance, unsere eigenen Bedürfnisse besser zu verstehen und die Möglichkeit, uns besser, um uns selbst zu kümmern. Im Rückzug liegt auch die Kraft der Erneuerung.

Der Zyklus der Frau wurde früher mit den Mondphasen in Verbindung gebracht. Während des zunehmenden Mondes reifte die Fruchtbarkeit und fand unter dem Vollmond ihren Höhepunkt. Der abnehmende Mond stand für deren Verlust und der Neumond, der leere oder der dunkle Mond, der sterbende Mond, symbolisierte die Menstruation.

Missfällt uns eventuell diese dunkle Seite an uns, die sich vor der Periode in uns offenbart? Ist es ein Stück Sterben, das Leben, welches nicht in uns reifen wird, ein Leben, welches wir nicht schenken konnten? In der Dunkelheit, im Verborgenen liegt aber auch ein Geheimnis, eine sensible Offenbarung im Strom allen Lebens zu sein, im Werden und Vergehen zu atmen und den Herzschlag des Universums in uns zu spüren, wie es schon unsere Ahninnen taten. Ob dem etwas Bedrohliches anhaften muss, bleibt uns selbst überlassen.

Das klingt mir jetzt alles zu esoterisch. Wie kann ich denn nun die Symptome lindern?

Nachdem sich bei mir im vergangenen Jahr das Prämenstruelle Syndrom verstärkte und mich im Alltag derart einschränkte, dass ich nachts kaum mehr schlafen konnte, suchte ich nach Hilfsmitteln. Hier sind meine Favoriten:

Pflanzliche Arzneimittel:

Oft sorgt die Pille dafür, dass PMS ausbleibt. Wer die Pille nicht nehmen mag oder darf, für den gibt es ein paar Alternativen. Einige schwören auf Mönchspfeffer oder Johanniskraut. Ich habe mich für ein Produkt entschieden (Bonasanit plus), dass neben Heilpflanzen (Schisandra, Passionsblume, Emblica) auch Vitamine und Mikronährstoffe enthält. Zusätzlich nimmt man abends vor dem Schlafengehen eine Magnesium-Brausetablette.

Natürliches Progesteron:

Die Salbe aus der wilden mexikanischen Yams-Wurzel mit dem Inhaltsstoff Diosgenin, einer Vorstufe des natürlichen Progesteron, ist eine gute Alternative zu synthetisch hergestellten Gestagenen und kann den Zyklus regulieren, wenn man die Yams-Salbe in kleinen Mengen ab dem Eisprung bis zum Beginn der Periode aufträgt.

Sich nicht zu viel vornehmen:

Ein zu voller Terminkalender sorgt für zusätzlichen Stress. Also besser genug Auszeiten planen, um Körper und Seele die Schonung zu zugestehen, die sie brauchen.

Trotzdem in Bewegung bleiben:

Ein schneller Spaziergang sorgt für frische Luft und gute Laune und Yoga bringt den Körper nicht nur in Form sondern schenkt auch innere Balance.

Progressive Muskelentspannung und Meditation:

Gerade bei innerer Unruhe, Ängsten, depressiven Verstimmungen und Schlafstörung empfiehlt sich Progressive Muskelentspannung und Meditation, gern auch geführte Meditationen. Ich gestehe, dass ich, wenn ich eine Meditations-CD höre, stets auf die selbe zurückgreife: „Heilende Gedanken für Körper und Seele“ von Louise L. Hay. Ich liebe Louise L. Hay. Sie ist die Grande Dame der positiven Gedanken.

Für mich gab es einen Punkt, der sich als allerwichtigster überhaupt herausstellen sollte: Prüft euren VITAMIN D-Status! 

Das Sonnenvitamin benötigt unser Körper für viele Prozesse. Mangelt es an Vitamin D kann es unter anderem zu Depressionen, Muskelkrämpfen, Konzentrationsschwierigkeiten, Osteoporose, Diabetes, Darmerkrankungen, Schlafstörungen, vermehrten Infekten und auch den verstärkten Symptomen von PMS kommen. Als ich meinen Vitamin D-Status im vergangenen Herbst überprüfen ließ, war das Ergebnis ein wenig schockierend. Mein Vitamin D-Wert lag so ziemlich tief im Keller. Seither nehme ich täglich 1000 IE Vitamin D3 und lasse den Vitamin D-Spiegel in Abständen kontrollieren. Ich spüre inzwischen in Bezug auf Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen während jener berüchtigten Tage eine enorme Besserung. Übrigens bezahlen die Krankenkassen diesen Test noch immer nicht (Selbstzahlerleistung liegt bei etwa 15,00 Euro), obwohl verschiedene Studien längst belegt haben, dass etwa die Hälfte der Bevölkerung Vitamin D unterversorgt ist.

Was auch immer für euch eine Hilfe zur Linderung von PMS sein mag, ihr seid nicht allein mit dieser Problematik.

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Bildquelle: pixabay

Das Prämenstruelle Syndrom wird heute immer noch belächelt oder ignoriert. Nichtbetroffene stecken Frauen gern in die Schublade von Hysterie und Scheinkrankheiten. Das darf nicht sein. Wir können etwas gegen PMS tun. Wir können darüber reden und wir können uns Hilfe holen und wir können lernen, uns in den Tagen vor den Tagen anzunehmen, wie wir sind – ein bisschen empfindsamer als sonst.

Mehr Beiträge zum Thema PMS findet ihr bei Beatrice Confuss.

 

5 Kommentare zu „PMS: Last, Chancen und Auswege

  1. Sehr schön, dass du dieses oft unterschätzte Thema aufgreifst!

    Ich wurde immer enorm aggressiv (alle gingen auf Zehenspitzen um mich herum 🙂 ), hatte Krämpfe und ziemliche Schmerzen. Mein Zyklus folgte übrigens ganz oft dem Mondzyklus, aber ich bekam die Menstruation bei Vollmond; so war es bei vielen Frauen, die ich kannte. Da scheint eine Affinität zwischen Frauen und dem Mond zu sein, aus welchem Grund auch immer … 😉 … übrigens hatte ich auch immer Probleme mit den Haaren, die fielen nach dem Waschen sofort zusammen, wurden schnell fettig und so. Dann las ich irgendwo, dass jemand (ein Mann!) behauptete, dass das Einbildung wäre und die Frauen sich nur weniger pflegen würden während der Zeit. Falsch, Frauen pflegen sich eher mehr in der Zeit …

    Vitamin D nehmen wir jeden Winter. Das ist in Dänemark eine Volkskrankheit, also Vitamin-D-Mangel, ist ja auch kein Wunder! Es wird sogar im Fernsehen erwähnt, dass man an Vitamin D während der dunklen Jahreszeit denken soll. Es hilft mir bei Winterdepression und mangelndem Antrieb.

    P.S.: Ich habe mal gelesen, dass es bei vielen alten Völkern Brauch war, dass sich die Frauen während der Menstruation in separate Umgebungen zurückzogen, weil sie dann „unrein“ waren. Auf der anderen Seite brauchten sie dann auch nichts zu tun, keine physisch anstrengenden Arbeiten, sie konnten sich einfach einmal ausruhen für ein paar Tage.

    Gefällt 2 Personen

  2. Von diesen Menstruationshütten oder -zelten habe ich auch gehört. Ich weiß nicht, ob ich mich dieser Abschiebung erfreuen würde. Wenn es leckeres Essen und Lesestoff gibt, vielleicht schon. Mehr Ruhe an diesen Tagen finde ich schon enorm wichtig. Ich bin ziemlich unausgeglichen in der Zeit. Nehmen die Kinder in Dänemark auch zusätzlich Vitamin D ein?

    Gefällt 1 Person

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