Vor-Satz-Entrümplung

Der schneefrische, blütenweiße Januar nebst all seinen Vorsätzen und Hoffnungen, mit denen das Jahr beginnt, dann alle Jahreszeiten einmal hindurch getanzt oder gestolpert und schließlich ein Dezember – bestückt mit Kerzen, Tannenbäumen, Heimlich- und Gemütlichkeiten, mit einem Raketenknall gekrönt, so will wieder ein Jahr enden. Schon wieder will ein Jahr enden.

Ich fühle mich manchmal noch gar nicht bereit für den nächsten Schritt, während mich die Zeit weiter zieht und um mich die Ringe wachsen, wie bei einem Baum. Seit die Kinder da sind, verfliegen die Monate noch viel schneller. Erfahrungen, meist noch gar nicht so richtig verdaut und verarbeitet, ein paar mehr graue Haare und Hüftpölsterchen, ein Ziehen im Rücken und Knacksen im Knie, Müdigkeit, die sich nicht ausschlafen lässt und dann dieser nagende Hunger im Sattsein des Überflusses.

neujahr
Bildquelle: unsplash

„Was hast du dir für das neue Jahr vorgenommen?“, fragt es derzeit im Radio, im Fernseher, am Telefon, am Küchentisch. Der Vor-Satz beschreibt die zielführende Absicht eines Verhaltens in einem selbstgedachten Rahmen aus Zeit und Raum. Und er stellt eine Erwartung in die Zukunft voran, die uns in der Gegenwart manchmal einen entwürdigenden Stempel namens „zu dick“, „zu faul“ oder „zu langweilig“ aufdrückt. Natürlich ist nichts falsches dran, an einem „bisschen mehr Sport“, einem gut organisierten, aufgeräumten Heim oder einem neuen Hobby, aber es sagt uns auch, dass wir, so wie wir gerade sind, nicht genügen und nicht in Ordnung sind. Erst der Vor-Satz, das Voranstellen von etwas Besseren, würde aus uns einen glücklichen, zufriedenen Gutmenschen machen.

„Was hast du dir für das neue Jahr vorgenommen?“

Ich gestehe: ich möchte einfach mal ein bisschen loslassen. Meinen hausgemachten Druck und meine eigenen übersteigerten Erwartungen und Ansprüche, den Vergleich mit anderen, all jene Produktionen meines Egos. Loslassen. Jetzt. Und befreit davon, mit mir Selbst, leichten Fußes gehen.

Ich glaube, diese höhere Macht, Gott, das Universum – wie wir es auch nennen mögen – hat uns in ganzer Liebe geschaffen. Einen Jeden einzigartig und besonders. In uns allen steckt diese Botschaft, dieser Kern aus Liebe. Finden wir den Zugang, löst sich jedes Davor und Danach auf. Das Ego mag vielleicht einen Vorsatz brauchen. Dein Selbst braucht es nicht.

 

15 Kommentare zu „Vor-Satz-Entrümplung

  1. Ich schließe mich diesem Kompliment an, und sage auch von Herzen danke.

    Liebe Katja, mögest du einen glücklichen Jahreswechsel verleben.

    Alles Schöne für das neue Jahr und ganz liebe Grüße von Doreen. ✨

    Gefällt 1 Person

  2. Einfach wunderbar!! Danke dafür! Den letzten Satz kopiere ich mir, drucke ihn riesig groß aus und hänge ihn mir über jeden Spiegel in diesem Haus!
    Hab eine wunderbaren Jahreswechsel, liebe Katja!
    Mit den besten Wünschen zum neuen Jahr, möge es Dir und Deinen Lieben so viel Gutes bescheren…
    Charlotte

    Gefällt 1 Person

  3. Hat dies auf ilseluise rebloggt und kommentierte:
    Ich glaube, diese höhere Macht, Gott, das Universum – wie wir es auch nennen mögen – hat uns in ganzer Liebe geschaffen. Einen Jeden einzigartig und besonders. In uns allen steckt diese Botschaft, dieser Kern aus Liebe. Finden wir den Zugang, löst sich jedes Davor und Danach auf. Das Ego mag vielleicht einen Vorsatz brauchen. Dein Selbst braucht es nicht.

    Gefällt 1 Person

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