Was die Seele essen will – Julia Ross (Rezension)

Immer mehr Menschen leiden unter Depressionen, Ängsten und Zwängen. Seit 1990 hat sich der Anteil der darunter leidenden Erwachsenen verdreifacht. Druck und fehlende Unterstützung sind sicher Hauptverursacher. Julia Ross hat sich allerdings die Frage gestellt, warum dann Psychotherapien allein oder lange Urlaube nicht mehr greifen. Die Klinikleiterin erforscht schon seit Jahrzehnten die Zusammenhänge zwischen Psyche und Ernährung. In „Was die Seele essen will“ schreibt sie über die wichtigsten Erkenntnisse ihrer Untersuchungen und gibt damit Betroffenen die Aussicht auf einen Heilungsprozess, der aktiv unter Zuhilfenahme eines Ernährungsplans vorangetrieben werden kann.

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Julia Ross schildert die Unterschiede zwischen echten und unechten Emotionen, benennt Aussetzer, die uns manchmal plötzlich überrollen und uns dann ungemein leid tun. Auch PMS als hormonelle Störung ordnet sie den unechten Emotionen zu. Zu geringe Transmitter im Gehirn (durch Stress, falsche Ernährung und genetische Defekte) verursachen diese.

Glücklicherweise sind die Mittel, die wir zur Aufbesserung unserer Gemütslage derzeit so dringend brauchen, jederzeit verfügbar und tatsächlich unglaublich simpel. Es handelt ich um spezielle Nahrungs- und Nahrungsergänzungsmittel, die genau den Bedarf des Gehirns decken, dass sie innerhalb von nur 24 Stunden beginnen, emotionale Fehlfunktionen zu beheben.“

Durch einen Stimmungstyp-Fragebogen in Kapitel zwei des Ratgebers lassen sich die Symptome erkennen und aus einer Kombination aus Aminosäuren und Nährstoffen behandeln.

Julia Ross gibt eine Anleitung, einen Nährstoff-Therapie-Plan zu erstellen und fordert auf, Schlechte-Laune-Nahrung zu streichen. Einige Gute-Laune-Rezepte, die einfach umzusetzen sind, stellt sie den Lesern vor. Dem folgen Basis-Ergänzungsmittel und individuelle Korrektur-Ergänzungsmittel. Anschließend stellt sie natürliche Alternativen zu Antidepressiva vor und gibt Hilfestellungen zum Thema Schlaf. Bezugsquellen finden sich im Anhang.

Anfangs war ich sehr angetan von Julia Ross Ratgeber, denn er vermittelt viele Erkenntnisse über die Zusammenhänge zwischen Stimmung und Ernährungsweise. Die Empfehlung diverse Pillen, vorzugsweise Aminosäuren, einzunehmen, um ein chemisches Gleichgewicht im Gehirn herzustellen, hatte ich allerdings nicht erwartet.

Eine gesunde Ernährung im Lebensplan verankert zu haben, bildet wohl die Grundlage um mit wichtigen Nährstoffen versorgt zu sein. Dennoch lassen sich auch hier gewisse Mängel nicht ausschließen. Das Buch ersetzt in diesem Fall definitiv keinen Gang zum Arzt und sollte keine Anleitung sein, einen Selbstversuch mit der Einnahme von Aminosäuren wie 5-HTP oder L-Tryptophan in Tablettenform zu wagen. Daher ist „Was die Seele essen will“ eine gute Informationsquelle, die Praxistauglichkeit an sich selbst sollte – wenn gewünscht – unbedingt unter Zuhilfenahme es Arztes ausprobiert werden.

Informationen zum Buch:

Was die Seele essen will
Julia Ross
Klett-Cotta

437 Seiten, broschiert
ISBN: 978-3-608-96182-9
Preis: 14,95 Euro

2 Gedanken zu “Was die Seele essen will – Julia Ross (Rezension)

  1. Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn ich „emotionale Fehlfunktionen“ lese, ärgert mich das ein wenig. Es ist doch kein Wunder, wenn mehr und mehr Menschen depressiv werden. Wir werden tagaus tagein mit Hiobsbotschaften überschüttet, Kriege, Klima, Umwelt, Artensterben, Mord und Totschlag, Tortur, Vollidioten und Wahnsinnige an der Macht etc. etc. selbst in den heutigen so genannten „comedies“ werden Leute geschlachtet auf eine „witzige“ Art. Als Reaktion auf all das ist Depression doch fast schon eine emotionale Normalfunktion. Bitte keine Chemie für das Gehirn, sondern eine Verhaltensänderung der Menschheit.

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