Die Frauen von Salem (Rezension)

Salem, 1989. Drei Frauen, welche die Einwohner als Göttinnen bezeichnen, werden in der Halloweennacht bestialisch ermordet. Die einzige Verdächtige, die ortsansässige Historikerin Rose Whelan, wird mangels Beweisen frei gelassen. 25 Jahre später erschüttert die Stadt der Hexen erneut ein Mord und wieder richten sich die Augen auf Rose.

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Als Historikerin beschäftigt sich Rose Whelan seit Jahrzehnten mit den Hexenprozessen von Salem. Sie selbst ist eine Nachfahrin einer der hingerichteten Frauen und sucht nach den nie aufgefundenen sterblichen Überresten der damals Gehängten, um sie zu weihen. Sie glaubt felsenfest daran, dass Salem erst dann Frieden erfahren würde. Rose, die mit den Bäumen spricht, an das Übersinnliche glaubt und Stimmen hört, scheint im Laufe der Jahre schier verrückt geworden zu sein. Kein Wunder, dass die Bewohner in ihr eine Mörderin sehen.

Kaum hat sich Salems Polizeichef auf Spurensuche begeben, taucht Callie Cahill in der Stadt auf. Als Mädchen musste sie mitansehen, wie ihre Mutter, eine der wegen ihrer Schönheit als Göttinnen bezeichneten Frauen, während jener Hexenzeremonie 1989 ermordet wurde. Den Täter oder die Täterin konnte die damals Fünfjährige allerdings nicht erkennen. Sie leidet als Erwachsene noch unter dem Trauma, glaubt aber fest daran, dass Rose nicht die Mörderin ist. Nun will sie Roses Unschuld beweisen und kommt dabei selbst dem Übersinnlichen gefährlich nah.

Der neue Roman von Brunonia Barry ist eine Mischung aus New Age und Krimi, anknüpfend an historische Fakten und Personen aus Salems dunkelsten Zeiten um 1692. Auf einer über 600 Seiten andauernden Hexenjagd gehen Wahnsinn, Magie und Detektivarbeit Hand in Hand. Dabei ist die von der Autorin erschaffene Atmosphäre oft düster und traurig, verwebt mit mystischen Klängen und altem Aberglauben.

Brunonia Barry, die schon die Handlung ihres Debüts „Die Mondschwimmerin“ in Salem ansiedelte, lebt selbst in der, durch die Hexenprozesse bekannt gewordenen, Stadt, welche heute vor allem das große Geschäft mit Esoterikliebhabern aus aller Welt macht. Eindrucksvoll zeichnet Barry nicht nur das Lokalkolorit der Stadt in der Gegenwart, sondern liefert auch gekonnt historische Details aus einer dunklen Vergangenheit.

Informationen zum Buch:

Die Frauen von Salem
Brunonia Barry
btb

Taschenbuch, Broschur
ISBN: 978-3-442-71436-0
Preis: 9,99 Euro

5 Kommentare zu „Die Frauen von Salem (Rezension)

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