Aufgeräumt! (Kinderbuchliebling)

Im Wald lebt ein fleißiger Dachs, der Ordnung und Sauberkeit über alles liebt. Da werden nicht nur Blumen gestutzt und Steine poliert, sondern auch die heruntergefallenen Blätter mit dem Staubsauger vom Waldboden entfernt. Der Igel fungiert als Klettenbürste für den Fuchsschwanz und den Vögeln werden die Schnäbel mit der Zahnbürste geschrubbt. Irgendwann ist all das dem Dachs nicht mehr genug und er beschließt „eine Mammuttat, wie es niemals zuvor sie gegeben hat…“

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In Aufgeräumt! erzählt Emily Gravett herrlich überspitzt die tragisch komische Geschichte vom Sinn und Unsinn des vermeintlich ordentlichen Lebens und dem Gefühl der Leere, wenn nach dem Zurechtstutzen, Entrümpeln und Plattmachen nichts mehr übrig bleibt. Auf sich selbst zurückgeworfen, ganz einsam ohne Heim und ohne Freunde, merkt der Dachs, was wirklich zählt in seinem Leben.

Das Kinderbuch, erschienen bei FISCHER Sauerländer, kommt in jahreszeitlich passender, herbstlicher Gewandung daher und bezirzt uns mit frechen Illustrationen und einem liebenswert schrulligen Dachs, über den hier im Kinderzimmer ein bisschen gekopfschüttelt und noch viel mehr geschmunzelt wird. Spätestens zum Zeitpunkt, als er ganz verloren in der Betonmischmaschine hockt und den vollen Mond anstarrt, hat er unsere Herzen gestohlen.

Aufgeräumt! ist ein ganz wunderbares Buch, das für mehr Lebendigkeit und weniger Perfektionismus eintritt und daher auch uns Eltern einen Weg aufzeigt, einmal unsere eigenen Erwartungshaltungen zu überdenken und eine Portion mehr Gelassenheit in unser Leben Einzug halten zu lassen.

Informationen zum Buch:

Aufgeräumt!
Emily Gravett
FISCHER Sauerländer

empfohlenes Lesealter ab 4 Jahren

ISBN: 978-3-7373-5522-3
Preis: 14,99 Euro

5 Kommentare zu „Aufgeräumt! (Kinderbuchliebling)

      1. Das hängt davon ab, unter wieviel Stress er gerade ist … 😉 … Leute die gestresst sind, reagieren ja nicht so positiv auf den guten Ratschlag mal alles etwas ruhiger anzugehen. 😀
        Er ist so ein Typ, der sich nie eine richtige Auszeit gibt. Ich muss ihn immer mal daran erinnern, was er schon alles erreicht hat trotz widriger Umstände, weil er immer nur danach guckt, was er noch nicht erreicht hat. Kaum im Hier und Jetzt, das ist schade. Er muss sich selbst und anderen ständig was beweisen. Ich weiss allerdings woher das kommt, Dinge aus der Kindheit natürlich …

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        1. Ja, Kindheit formt und verformt wohl auch manch guten Wesenszug, den man schon bei Geburt mitgebracht hat. Wann werden aus fröhlich glucksenden Babys eigentlich mürrische Menschen? Man braucht schon ein waches Auge, um sich dem einen oder anderen Schatten zu stellen. Und der Stress schluckt jegliches Dankbarkeitsgefühl für alle Dinge, für die wir uns im Leben glücklich schätzen können.

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