Wo die ungesagten Worte bleiben – Marie Jansen (Rezension)

Die Architektin Sabine Beck verschlägt ein Auftrag nach Frankreich. Das abgelegene Château in den Wäldern Paimponts ist ein einsamer und sagenumwobener Ort. Doch nicht die Legenden von Artus und Merlin sind es, die der Architektin ihre Arbeit erschweren. Die Geschichte um die Familie des Hauses in den Tagen des Zweiten Weltkrieges sorgt noch in der Gegenwart dafür, dass Sabine nicht nur während der Sanierungsmaßnahmen immer wieder Steine in den Weg gelegt werden, sondern dass auch die beiden Männer, die sich um ihr Herz bemühen, bald eine tragische Wahrheit erfahren müssen.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. 1940 verschenkt die junge Französin Audrey ihr Herz ausgerechnet an den Sohn des Generaloberst Freiherr von Lickwitz, jenen deutschen Besatzer, der sie und ihre Familie aus dem Château vertreibt und alles Eigentum beschlagnahmt. Die Liebe zwischen Rudolf und Audrey scheint keinen guten Ausgang finden zu wollen. Beide stehen auf unterschiedlichen Seiten, auch wenn die Einstellung zum Krieg beide vereint. Doch schon zu sehr hat sich das Leben der Gutsherrentochter seit der Besetzung ihres Zuhauses verändert. Ablenkung und Trost findet Audrey vor allem in ihrem künstlerischen Schaffen. Heimlich filmt sie ihr Leben und das der Nazis. Dabei entdeckt sie Geheimnisse, die die Deutschen wohl lieber im Verborgenen ließen.

Über 60 Jahre später findet Sabine die alten Filmrollen bei den Umbauarbeiten im Château. Noch immer würden die brisanten Aufnahmen für Wirbel sorgen, kämen sie in die falschen Hände.

Wo die ungesagten Worte bleiben von Marie Jansen

Ich habe das Buch fast in einem Rutsch gelesen. Marie Jansen versteht es, eine spannende Geschichte zu erzählen, die von einer Prise Romantik gewürzt wird. Auch den Titel empfand ich als sehr schön gewählt. Audreys Kameraaufnahmen sind nicht mit Ton unterlegt und während Sabine in der Gegenwart die Filme ansieht, kann sie die einstigen Gespräche nur erahnen. Die Autorin macht es mit ihren Zeitsprüngen möglich, die Vergangenheit nicht anhand der Stummfilme zu erzählen, sondern durch eine sehr lebendige Audrey, die dem Leser all die Worte zugänglich macht, welche die Tragik der Geschichte formen.

Informationen zum Buch:

Wo die ungesagten Worte bleiben
Marie Jansen
Blanvalet

Taschenbuch, Broschur
ISBN: 978-3-7341-0324-7
Preis: 9,99 Euro

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