Als wir Töchter waren von Nicci Gerrard (Buchrezension)

Edie ist gerade 16 Jahre alt und frisch verliebt als sich ihr Vater das Leben nimmt. Sie gibt sich die Schuld daran und trennt sich aus lauter Verzweiflung von ihrer ersten großen Liebe Ricky. Zweiundzwanzig Jahre später, Edie ist verheiratet und hat drei Kinder, stirbt ihre Mutter bei einem Autounfall. Edie und ihre beiden Schwestern kommen für ein paar Tage zusammen, um die Trauerfeier vorzubereiten. Eine unerwartete Entdeckung in den Unterlagen ihrer Mutter, scheint den Blick auf die Vergangenheit zu verändern.

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„Als wir Töchter waren“ erzählt in zwei Teilen von Edies Vergangenheit als frisch verliebtem Teenager und ihrem Leben als Mutter und Ehefrau. Und immer ist sie auch Tochter. Edie hat den Selbstmord ihres Vaters Vic nie überwinden können. Selbst Jahre später überschattet sein Tod ihr Leben, denn Edie glaubt, in einer vormalig kühlen Distanziertheit und aggressiv pubertären Äußerung, ihren Vater derart verletzt zu haben, dass sie zumindest einen Anteil daran trägt, dass sich Vic dazu entschloss, sein Leben zu beenden.

Edie ist ein empathischer Mensch, der glaubt für alles und jeden die Verantwortung übernehmen zu müssen. Das wird ihr dermaßen zur Last, dass sie unter morgendlichen Angstzuständen leidet. Ihr Mitgefühl für andere, lässt sie vergessen, was sie selbst wirklich möchte. Aber erst als sie sich auf etwas einlässt, das unmittelbare Konsequenzen für ihr Familienleben hat, kann Edie endlich ihre eigenen Entscheidungen treffen – Entscheidungen, hinter denen sie wirklich steht.

Nicci Gerrard hat einen ungemein einnehmenden Erzählstil. Sie schreibt atmosphärisch dicht und gefühlvoll. Es erscheint mir, als ob sie jede ihrer erschaffenen Figuren respektiert und das hinterlässt ein solch ein warmes Gefühl, dass man der Autorin am Ende des Buches bekräftigen möchte: ja, es ist wahr, die Welt ist trotz aller Widrigkeiten ein guter Ort.

 

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