Stille, die der Mensch ist (Blogparade)

Nicolai Jürgensen, Herausgeber des eBooks Stille, die der Mensch ist hat mich gefragt, ob ich Lust habe, bei seiner Blogparade mitzumachen. Ich freue mich darüber und sage: Danke, lieber Nicolai. Diese Herausforderung nehme ich gerne an. Denn ja, dieses Thema ist für mich, eine Mutter von zwei kleinen Jungs, eine kleine Herausforderung. Stille. Wie funktioniert das mit der Innenschau in einem turbulenten Familienalltag?

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Bildquelle: pixabay

Ja, es gibt sie diese Inseln, auch im Zusammenleben mit zwei kleinen, meist wilden Kerlen. Stille ist für mich nicht das Unterbinden von Alltagsgeräuschen, sondern das Schweigen aller Kritiker in mir und das Ausbleiben meiner Angst und meiner Zweifel. Wenn ich in mir ruhe, alles in mir, sich selbst genug ist, dann ist Stille auch eine Art Loslassen.

Wenn ich den Kindern beim Spielen zuschaue, wenn sie beide gemeinsam mit den Autos durch die Wohnung brausen, dann kann ich alles andere loslassen und diesen Moment liebevoll in mir aufnehmen. Und ja, auch diese Liebe macht mich buchstäblich sprachlos. Ich bin still vor lauter Glück. Ich bin so leise, dass meine Sorgen mich nicht finden sollen. In diesem Moment will ich dieses Glück nicht von Ängsten niedertrampeln lassen.

Nichts kann schöner sein, als das gemeinsame Schweigen mit einem Menschen, ohne dass sich diese Stille unangenehm anfühlt. Ohne, dass man den Drang hat, die Stille mit Worten füllen zu müssen, damit nicht das Gefühl entsteht, vom anderen abgeschnitten zu sein. Das Schweigen eröffnet uns einen anderen Zugang zum Gegenüber. Ich fühle dich, sagt mein Herz, wenn ich mit meinem Mann Hand in Hand spazieren gehen. Stille meint nicht Leere. Ich empfinde, ich atme. Ich bin lautlos, wenn ich dem schlafenden Kind das Haar aus der Stirn streiche. Ich flute über vor Dankbarkeit und Liebe. In dieser Stille fühle ich eine Urkraft. Vielleicht weil ich mich auf etwas besinne. Auf den Augenblick, der kostbar ist und auf die Endlichkeit der Dinge. Da muss ich nicht viele Worte machen. Da bin ich einfach.

Und doch: ich glaube nicht an diese absolute Stille innerhalb des Lebens. Es sind immer nur Momentaufnahmen. Für einen kurzen Augenblick ist es still in mir. Vielleicht wird es fortdauern, wenn wir die Tür des Lebens hinter uns schließen, um in einen neuen Raum zu gehen. Aber das ist nicht dieses Leben. In diesem Leben, höre ich mich atmen, ich fühle mein Blut pulsieren, meinen Herzschlag.

Habt es schön miteinander.

 

6 Gedanken zu “Stille, die der Mensch ist (Blogparade)

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