Unsere Fahrradreise als Familie (Teil 1)

Wir melden uns zurück von unserem Fahrradurlaub. Es war ganz wunderbar als Familie mit dem Rad unterwegs zu sein. Und es war gar nicht so schwer wie anfänglich gedacht. In fünf Etappen fuhren wir in der Saale-Unstrut-Region durch eine spätsommerlich gereifte Landschaft, die uns Stadtmenschen mit ihrer grüngoldenen Weite und wasserflüsternder Ruhe verzaubert hat. Hier unser Reisebericht der ersten drei Tage:

Tag 1: Leipzig – Weissenfels – Naumburg – Gieckau (mit dem Rad unterwegs: 24 Kilometer)

Unser Abenteuer beginnt. Wir starten in Leipzig mit dem Zug in Richtung Weissenfels. Von dort geht es mit den Rädern in Richtung Naumburg. Hier essen wir in Ruhe ein Eis, trinken Kaffee und schauen uns die Stadt ein wenig an. Da am vergangenen Wochenende in Naumburg das Winzerfest stattfand, war es schwierig, eine für uns passende Unterkunft zu finden. Passend bedeutete für mich, dass die Unterkunft drei Kriterien erfüllen musste: Unterstellmöglichkeit für die Räder samt Anhänger, ein Babybett und die kostenlose Stornierung des Zimmers bis zum Anreisetag (falls einer von uns krank geworden wäre). Im sechs Kilometer von Naumburg entfernten Gieckau finden wir ein schönes Hotel, in dem wir herzlich aufgenommen werden. Little J. und Big J. stibitzen die Schokolade von den Kopfkissen bevor wir im nahen Landgasthof eine Kleinigkeit essen, die dort untergebrachten Tiere bestaunen und den Spielplatz erstürmen.

Unser Tag in Bildern

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Der Herzensmann zieht den „Löwenanteil“
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Nette Überraschung am Wegesrand: eine Gratis-Bibliothek
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Abends sind wir zu Fuß unterwegs
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Der Bewegungsdrang ist groß. Auf zum Spielplatz!
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Süße Schwarte

Tag 2: Gieckau – einmal rund um Naumburg – Freyburg – Nebra (mit dem Rad unterwegs: 50 Kilometer)

Nach dem Frühstück geht es wieder aufs Rad durch das stille Kroppental. Die Morgensonne kitzelt uns die Nasen. Es ist schon warm genug, dass wir ohne Jacken fahren können. Die Kinder kuscheln sich im Anhänger noch ein wenig in die Decke ein. An der Gabelung von Saale und Unstrut biegen wir falsch ab und erkunden so bis zur Mittagszeit die Gegend um Naumburg. Dann geht es endlich auf den Unstrut-Radweg in Richtung Nebra. Dieser Streckenabschnitt ist für uns einer der schönsten. Das Burgenland verzaubert uns mit seinen historischen Bauten und den Weinbergen. Kurz vor Freyburg entdecke ich dann den Platten auf meinem Hinterrad. Mein Göttergatte pumpt nun aller paar Kilometer Luft auf den Reifen, damit ich es bis zum Hotel in Nebra schaffe. Die Laune lassen wir uns nicht verderben. Wir durchreisen eine herbstfarbene Landschaft voller weiter Wiesen und abgeernteter Feldern. Die Bäume beginnen bereits ihr Blätterkleid abzuwerfen und unsere Räder rollen über trockenes Laub auf Asphaltwegen. Kurz vor Nebra dürfen wir von den Weintrauben probieren, die Winzer zum Verkosten anbieten. Wir haben das Gefühl, als würde die Sommersonne süß in unseren Mündern zerplatzen. In Nebra angekommen, erwartet uns eine Überraschung. Statt in der ursprünglich gebuchten Unterkunft das Doppelzimmer zu beziehen, bekommen wir zum gleichen Preis ein wunderschönes Familienzimmer im benachbarten Schlosshotel. Wir sind begeistert – vom Zimmer, vom Essen und dem sehr netten Hotelpersonal. Little J. unterhält beim Abendessen eine Reisegesellschaft und Big J. beginnt das Schlossgespenst zu suchen.

Unser Tag in Bildern

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Los geht es!
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Big J. auf seinem Kinderfahrrad
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Weinberge und Bauwerke mit historischem Charme in Freyburg
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Im Land der Burgen
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Zwei Herzis on tour
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Erst einmal strecken
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Bewegungspause
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Noch einmal mehr: Weinberge
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Es wird langsam Abend. Kurz vor Nebra.

Tag 3: Nebra – Memleben – Bottendorf – Artern (mit dem Rad unterwegs: 30 Kilometer)

Nachdem mein Herzensmann mein Fahrrad repariert hat, begeben wir uns auf eine zum Vortag vergleichsweise kurze Etappe. Wir passieren die Klosteranlagen in Memleben und werfen einen Blick in die inzwischen unbewohnten Gemäuer. Der Klostergarten wirkt einladend friedlich. Für uns geht es weiter nach Bottendorf, wo wir an der Kupfermühle rasten und picknicken. Nach Artern ist es dann nicht mehr weit, aber der Weg zum Hotel auf den Weinberg hinauf ist etwas beschwerlich mit Fahrradanhänger und Gepäck. Der Blick aufs Tal belohnt uns allerdings. Auch in dieser Unterkunft werden wir nett empfangen. Big J. tollt um den Rasensprenger herum, während wir es uns auf der Terrasse gemütlich machen.

Unser Tag in Bildern

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Das Geburtshaus der Schriftstellerin Hedwig Courths-Mahler (1867-1950) in Nebra. Sie verfasste über 200 Unterhaltungsromane, die seinerzeit sehr beliebt waren. Ich habe keinen einzigen davon gelesen, erinnere mich aber, dass meine Großmutter „Die Bettelprinzeß“ in ihrem Bücherregal stehen hatte.
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Vorbei am 1000 Jahre alten Kloster Memleben. Anselm Grün wirbt für den Erhalt der inzwischen unbewohnten Anlage.
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Strahlend blauer Himmel und 30 Grad im September
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Kinderkutsche. Es ist ganz wunderbar, dass es so etwas gibt.
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Romantische Abendstimmung auf dem Weinberg in Artern

Der zweite Teil unseres Reiseberichts folgt in Kürze.

Habt es schön!

 

12 Gedanken zu “Unsere Fahrradreise als Familie (Teil 1)

  1. Hey Katja, ein wirklich schöner Bericht! Ich habe mir ein paar Inspirationen geholt, da wir in den Herbstferien nun nicht in den Urlaub können, werden wir sicher ein paar Ausflüge in die nähere Umgebung machen! Nebra und Freyburg sind dafür sicher tolle Ziele! Leider haben sich bei mir die Bilder vom dritten Tag nicht geöffnet?!
    Gruß Sylvi

    Gefällt 1 Person

    1. Nebra und Freyburg sind absolut empfehlenswert. Die Neuenburg bei Freyburg ist mein Ausflugstipp (ohne Rad). Man kann dort toll essen und auch Führungen mit einem Audio-Guide machen. Wir waren das letzte Mal vor vier Jahren oben auf der Burg. Damals noch mit Big J. in der Manduca. In Nebra lohnt es sich bestimmt, die Himmelscheibe anzuschauen. Das haben wir leider nicht geschafft. Liebe Grüße

      Gefällt 1 Person

  2. Liebe Katja,

    was für ein schöner Bericht und sooo tolle Bilder. Auf den ersten Blick hätte man Euch auch im Ausland wähnen können!

    Übrigens habe ich zum Thema „Eure Stadt/Euer Ort/Bundesland/Kiez“ – wie auch immer 😁, gerade eine Blogparade laufen. Da würde so ein schöner Bericht perfekt reinpassen. Falls Du Lust hast mitzumachen, freue ich mich sehr!

    Ganz liebe Grüße
    Lotti

    Gefällt 1 Person

  3. Verrückt, bei den Bildern die ich auf Instagram schon dazu bewundert habe, hätte ich nicht erwartet, dass ihr in der Gegend unterwegs ward! So schön, wie du schon gesagt hast fast ein bisschen italienisch 🙂

    Da sieht man ganz toll, dass man auch hier in Deutschland ganz wunderbar Urlaub machen kann und es nicht immer ein 4-Sterne-Urlaub in Spanien sein muss. Solche Urlaube bleiben sicher auf eine ganz andere, besondere Art und Weise in Erinnerung 🙂

    Liebe Grüße und euch einen schönen Abend
    Sarah

    Gefällt 1 Person

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