Wie Liebe uns stärkt

Ich war stets Eine, die sich zurückhielt, die sich stets anpasste an Situationen, an Menschen. Manchmal fühlte ich mich dabei wie eine Schiffbrüchige. Einsam treibend in einem winzigen Boot auf dem weiten wilden Meer, schon durch jedes laue Lüftchen, die Richtung wechselnd und wenn ein Sturm aufkam, fühlte ich mich verloren.

Erst das Mutterwerden wurde zum Selbst-Bewusstwerden. Es weckte in mir eine nie gekannte Kraft. Für das Wohl meiner Kinder einzutreten, für mich selbst einzutreten. Ich begann zu lernen, nicht länger willenlos in meinem Boot zu treiben. Ich begann zu lernen, es selbst steuern.

löwin

Das Muttersein ruft in jeder Frau Kräfte wach. Es beginnt in der Schwangerschaft, wenn man die ersten Flügelschläge unter der Bauchdecke spürt und sagt, man fühle einen Schmetterling. Es passiert unter der Geburt, wenn sich das Ego auflöst, weil man loslassen muss, um diesem kleinen Wesen den Weg zu ebnen. Es ist um uns geschehen, wenn wir diesen Neuankömmling dann in den Armen halten und uns nur wundern können, über dieses kleine große Glück, das uns so sprachlos macht.

Die Geburten meiner Kinder haben mich nicht zu einem anderen Menschen gemacht, aber sie haben mich näher zu mir selbst gebracht. Auch wenn es manchmal weh tut, ich lerne alle Anteile in mir anzuschauen. Zu lieben verändert. Es verändert uns.

Es scheint paradox, aber Liebe, die nichts erwartet, die keine Gegenleistung verlangt, bringt uns näher zu uns selbst.

Keine Gegenleistung zu erwarten, auch im Alter nicht – das ist die Kunst des Loslassens. Ich habe gesehen, wie Kinder als Stütze für ihre Eltern missbraucht wurden. Ich habe gesehen, wie man versuchte, erwachsene Kinder mit Erwartungsdruck niederzubeugen, so sehr, dass ihr eigenes Licht flackerte. Soweit sollte es nicht kommen. So sollte es für niemanden sein.

Als erwachsenes Kind sage ich: ja, wir wollen füreinander da sein. Aber nicht so, dass es einen auffrisst. Wir wollen einander keine Schuldscheine mehr zu schieben, die unsere Seele verdunkeln.

Als Mutter sage ich: bereits wenn ich gebäre, muss ich lernen loszulassen. Aber ich tue es in Liebe und die Liebe begleitet meine Kinder so lange ich lebe. Die Liebe erwartet nicht. Die Liebe gibt. Und wenn ich liebe und wenn ich dankbar für diese Liebe bin, dann fühlt mein Herz reine Freude.

Ich atme. Ich atme tief in den Bauch und ich bin dankbar. Ich bin dankbar für all die Herzensdinge, die um mich sind.

Habt es gut miteinander!

 

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